Einsatz für die Flüchtlinge

Kreissynode fordert beherztes Handeln gegen aufkommende Ausländerfeindlichkeit

Unterkunft für Asylbewerber: Die Pommernkaserne ist die größte Unterbringungsmöglichkeit für Flüchtlinge im gesamten Landkreis Kassel. Aktuell sind 185 Flüchtlinge aus 15 Nationen dort untergebracht. Foto: Archiv

Wolfhager Land. Schwerpunkt bei der letzten Zusammenkunft der Kreissynode Wolfhagen war die Flüchtlingsproblematik auf globaler und auch lokaler Ebene. Die knapp 80 Synodenmitglieder waren vergangene Woche in Breuna zusammengekommen, wo sie nach den Neuwahlen nun das zweite Mal aufeinander trafen.

Hauptsächlich widmete sich die Synode bei ihrer Zusammenkunft einem Antrag an die Landessynode, der sich auf die Flüchtlingssituation bezieht und einstimmig beschlossen wurde.

Darin bittet die Kreissynode, das Wort zur Situation von Flüchtlingen zu erheben und für verbesserte Rahmenbedingungen in Deutschland und Europa einzutreten. Darüber hinaus soll die Landessynode sich bei der Bundesregierung für eine Stärkung des Resettlement-Programms, also der dauerhaften Ansiedlung von Flüchtlingen in aufnahmebereiten Drittstaaten, einsetzen. Auch der Ausbau sicherer Zugangswege in die EU und eine insgesamt gerechtere europäische Flüchtlingspolitik soll angestoßen werden.

Dazu gehöre etwa auch die Aufhebung der Dublin-II-Verordnung, die besagt, dass nur ein einziger Mitgliedsstaat für die Prüfung des Asylrechts zuständig ist.

Günter Dreisbach

„Außerdem wurden die Kirchengemeinden aufgefordert, sich bei Fragen zur Flüchtlingsarbeit bei Kommunen und Städten einzubringen und sich beherzt gegen aufkommende Ausländerfeindlichkeit einzusetzen“, erklärte Kirchenrat Günter Dreisbach. Aktuell sind 185 Flüchtlinge aus 15 Nationen in der Wolfhager Pommernanlage und neun weitere Familien in Wolfhagen direkt untergebracht. Die Pommernanlage ist die größte Unterbringungsmöglichkeit für Flüchtlinge im gesamten Landkreis Kassel. Da die Landkreise eine hohe finanzielle Last schultern müssen, wenn sie Flüchtlinge aufnehmen, sollte das Land Hessen die Landkreise diesbezüglich besser unterstützen.

Zudem wies Dekan Dr. Gernot Gerlach bei der Zusammenkunft auf die hohen Kirchenaustrittszahlen hin, die sich dieses Jahr im Kirchenkreis, aber auch der Landeskirche und im gesamtdeutschen Bereich ereigneten.

„Viele treten aus, weil sie glauben, dass es eine zusätzliche Kirchensteuer gibt, was allerdings auf einem Missverständnis beruht.“

Zweistellige Austrittszahlen seien in Bad Emstal-Sand, Dörnberg, Ehlen und Wolfhagen leider zu beklagen.

Im Weiteren ging der Dekan auf den Mauerfall vor 25 Jahren ein: Seit 50 Jahren gebe es Partnerschaften zwischen ostdeutschen Gemeinden und denen der evangelischen Kirche Mitteldeutschlands - Kirche sei also schon damals ein Brückenbauer gewesen. In Erinnerung an den Mauerfall gibt es am 5. Oktober einen Gottesdienst mit anschließendem Podiumsgespräch.

Von Tanja Temme

Quelle: HNA

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