Einsatz gegen Schwarzarbeit

180 Polizisten durchsuchten Objekte in Wolfhagen und Kassel

Zu einem ungewöhnlich großen Polizeieinsatz ist es Dienstagnacht und am Mittwochvormittag in Wolfhagen und Kassel gekommen.

Beamte von Bundespolizei und Zoll überprüften Wohn- und Geschäftsräume unter anderem an der Schützeberger Straße in Wolfhagen.

Wolfhagen - Der Einsatz stand nach Angaben von Reza Ahmari, Sprecher der Bundespolizei am Flughafen Frankfurt, in Zusammenhang mit Ermittlungen zur illegalen Einschleusung von Ausländern und Schwarzarbeit. Die Polizisten setzten einen Durchsuchungsbeschluss des Amtsgerichts Kassel um.

Mehr als 130 Beamte der Bundespolizei, 45 Beamte der Bundeszollverwaltung und sechs weitere Beamte des Finanzamtes Kassel II-Hofgeismar überprüften in beiden Städten mehrere Geschäfts- und Wohnräume. Der Beginn der Polizeiarbeit liegt schon einige Jahre zurück. Wie Ahmari sagt, seien damals Beamte der Bundespolizei am Flughafen Frankfurt mit einem Fall versuchter Einschleusung konfrontiert gewesen.

Die jahrelangen Ermittlungen führten Dienstag und Mittwoch schließlich nach Wolfhagen und Kassel. Nach Informationen unserer Zeitung handelt es sich bei den Schwarzarbeitern um Personen aus der Republik Moldau. Das wollte der Sprecher der Bundespolizei Ahmari jedoch nicht bestätigen.

In Wolfhagen durchsuchten die Beamten Räume und Büros an mehreren Standorten, unter anderem an der Schützeberger Straße. Ein Anwohner hatte beobachtet, wie sich kurz nach sechs Uhr mehr als ein Dutzend schwerbewaffneter Polizisten Zugang zu Teilen des Gebäudes verschafften.

Die Staatsanwaltschaft in Kassel hielt sich mit weiteren Informationen zurück. Sie machte keine Angaben zu Personen, gegen die sich die Ermittlungen richten. Yvonne Ceh, stellvertretende Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft Kassel, bestätigte gegenüber der HNA, dass im Rahmen der Durchsuchungen umfangreiches Beweismaterial sichergestellt wurde. Es sei niemand festgenommen worden. Aus ermittlungstaktischen Gründen könnten zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine weiteren Auskünfte erteilt werden.

(Antje Thon)

Rubriklistenbild: © Thon, Antje

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