85 Einsatzkräfte bei Waldbrandübung im Markwald Beuerholz

Felsberg. Am Freitag, kurz nach 18 Uhr, heulten im Stadtgebiet von Felsberg die Sirenen. Kurz danach waren viele Feuerwehrfahrzeuge mit Blaulicht und Martinshorn auf der Fahrt nach Beuern. Alle Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Felsberg, das DRK Edertal und ein Tanklöschfahrzeug aus Melsungen waren zu einer nicht angekündigten Waldbrandübung alarmiert worden.

Angenommen worden war, dass im Markwald Beuerholz, im Bereich zwischen der Autobahn und dem Felsberger Stadtteil Beuern, nach einem Gewitter ein Waldbrand ausgebrochen war. Mehrere Wege waren durch umgestürzte Bäume versperrt. Durch mehrere Riegelstellungen sollte durch massiven Einsatz von Löschwasser aus vielen Strahlrohren verhindert werden, dass das Feuer auch auf weitere Waldgebiete übergriff. Insgesamt waren 85 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rotem Kreuz in die Übung involviert.

Waren nach der ersten Meldung nur die Wehren Hilgershausen, Felsberg und Rhünda alarmiert worden, gab es nach der ersten Lagemeldung Vollalarm für alle Wehren aus Felsberg. Das Feuer hatte sich mittlerweile soweit ausgebreitet, dass eine massive Brandbekämpfung erfolgen musste. Die Übungsleitung mit Stadtbrandinspektor Klaus Siemon und seinen beiden Stellvertretern Stefan Dippel und Norbert Pfeiffer hatten das Übungsszenario so ausgearbeitet, dass zwei Wasserversorgungen nötig waren. Die Feuerwehrführung wurde von Forstamtsleiter Christian Peter Foet und Forstamtmann Jürgen Umbach unterstützt.

Der Riegel Nord wurde im Pendelverkehr von wasserführenden Fahrzeugen, die das Löschwasser in Wassersäcke umpumpten, und dann wieder Wasser an einem Hydranten in der Ortsmitte von Beuern auftankten versorgt. Aus den beiden Wassersäcken wurde das Wasser dann zu den Strahlrohren gepumpt. Auf dieser Seite des angenommenen Waldbrandes wurde bereits 14 Minuten nach der Alarmierung das erste Wasser in die Flammen, die von einem Pyrotechniker der Feuerwehr entzündet worden waren, gespritzt.

Die Löschfahrzeuge fuhren im Kreisverkehr zwischen Wald und Ortsmitte. Pro Runde brachten sie fast 11.000 Liter Wasser in den Wald. Zum Riegel Süd wurde vom Löschwasserteich am Feuerwehrhaus in Beuern über eine 800 Meter lange Versorgungsleitung Wasser zum angenommenen Brandherd gepumpt. Dies erforderte natürlich einen enormen Zeit- und Personalaufwand, denn die vierzig Schläuche mussten alle erst verlegt, und entsprechende Verstärkerpumpen eingebaut werden. Aber nach rund 30 Minuten war diese Aufgabe gelöst und das Wasser war jetzt in ausreichender Menge im Wald. Aus insgesamt 11 Strahlrohren ergoss sich Löschwasser in das Feuer.

Bei dem Wassertransport zum südlichen Brandabschnitt kam es zu einem Stau der Löschfahrzeuge, denn eines der Fahrzeuge war auf schmalen Waldweg auf die weichen und vom Regen der vergangenen Nacht durchnässten Bankette geraten und hatte sich festgefahren. Doch wenige Minuten später konnte es von einem anderen Löschfahrzeug, ohne dass Schäden an dem Feuerwehrfahrzeug entstanden wären, wieder auf die feste Fahrbahn gezogen werden und die Versorgung der Brandstelle mit Löschwasser war wieder gesichert. Mittlerweile waren an dieser Seite der Einsatzstelle 6 Feuerwehrfahrzeuge unterwegs, die im Ringverkehr Wasser in den Wald brachten. In der Zwischenzeit waren auch die von umgestürzten Bäumen blockierten Wege von vier Kettensägenführern und ihren Helfern frei gemacht und die zersägten Bäume zur Seite geräumt worden.

Zur Koordination und Dokumentation hatte sich im Feuerwehrhaus Beuern unter der Leitung von Markus Semmler die Führungseinheit der Stadt Felsberg eingerichtet. Hier liefen alle Fäden zusammen und hier hatten die einzelnen Abschnittsleiter kompetente Ansprechpartner und wurden auch mit Aufträgen und Informationen versorgt. Die Versorgung der Einsatzkräfte mit Getränken und einem Imbiss stellte der Betreuungszug des DRK Melsungen sicher.

Fotos von der Übung

Waldbrandübung im Markwald Beuerholz mit 85 Einsatzkräften

Bei der gemeinsamen Übungsbesprechung lobte Stadtbrandinspektor Klaus Siemon die Arbeit der Einsatzkräfte. Durch umsichtiges und diszipliniertes Handeln der Einsatzkräfte waren die Übungsziele erreicht worden. Siemon sagte, dass die Festlegung von Einsatzabschnitten, die Einrichtung eines Bereitstellungsraumes und die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern von Hessen Forst bestens geklappt hat. Die Einsatzkräfte waren alle hoch motiviert.

Auch Foet und Bürgermeister Volker Steinmetz zollten der Arbeit der Einsatzkräfte hohe Anerkennung. Das Zusammenspiel der Einsatzkräfte hat bestens geklappt. Es waren sehr schnelle sehr viele Einsatzkräfte vor Ort. Foet äußerte sich beindruckt darüber, dass so viele junge Leute aus den Einsatzabteilungen an der Waldbrandübung teilgenommen haben. Die Felsberger Feuerwehren haben einen sehr guten Eindruck bei ihm hinterlassen. Alle Verantwortlichen waren sich sicher, dass bei einem realen Einsatz jedem geholfen werden kann. Siemon gab aber zu bedenken, dass der Alarmierungszeitpunkt sehr günstig war. Wenn dies in der Mittagszeit an einem Arbeitstag geschehen wäre, wenn die meisten Einsatzkräfte an der Arbeit oder gerade beim Schichtwechsel unterwegs sind, hätte die Personalsituation bestimmt viel schlechter ausgesehen. (zot)

Quelle: HNA

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