Forstamt Wolfhagen machte seine Waldarbeiter mit Unterstützung des Roten Kreuzes fit für schnelle Hilfe bei Arbeitsunfällen

Vor dem Einschlag für den Notfall üben

Was nun? Fachleute des DRK besprechen mit den Forstleuten im Wald bei Oelshausen die Versorgung einer Kopfverletzung. Foto:  nh

Oelshausen. Wenn die Blätter fallen, beginnt im Wald die Ernte: Der Einschlag des starken Laubholzes steht an, eine extrem gefährliche Arbeit für die Waldarbeiter. Anlass für das Forstamt Wolfhagen, Förster und Forstwirte der von ihnen betreuten Kommunen zu einer großen Notfallübung einzuladen, um die Männer zuschulen, falls der Ernstfall eintritt.

Mit von der Partie waren Experten des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Kassel-Wolfhagen, die mit ihren perfekt geschminkten Notfalldarstellern verschiedene Unfallszenarien täuschend echt nachstellten und dann die Forstleute in die Rettungsabläufe einwiesen.

Schulungsgelände war der Forst beim Zierenberger Stadtteil Oelshausen. Hier mussten die Teams der Forstwirte mit ihren Förstern unter den kritischen Augen der DRK-Fachleute Notfälle bewältigen. Dabei galt es, die Nerven zu bewahren, die richtigen Entscheidungen zu treffen und vor allem keine Zeit zu verlieren.

Verletzungen modelliert

Die Notfälle sollten von den Waldarbeitern so realistisch wie möglich erlebt werden, damit sie den Stress eines Ersthelfers empfinden. Das Team des Roten Kreuzes mit seinem Koordinator Richard Becker leistete dabei ganze Arbeit: Selbst schwerste Verletzungen wurden so täuschend echt modelliert, die Opfer so gut geschminkt, dass es einem allein beim Anblick schon mulmig geworden sei, lobte Uwe Zindel, Leiter des Wolfhager Forstamtes, die Leistung der DRK-Maskenbildner.

Und auch angesichts der Schreie der Unfallopfer sei bei den Ersthelfern der Adrenalinspiegel schlagartig nach oben gegangen, so dass sie tatsächlich unter erheblicher nervlicher Belastung Hilfe leisteten.

An Verletzungen hatte das DRK so ziemlich alles bei der Arbeit im Forst Denkbare inszeniert: von geschlossenen und offenen Brüchen über schwere Fleischwunden, wie sie Motorsägenschnitte verursachen, bis hin zu schwersten Gesichts- und Kopfverletzungen. Auch Wiederbelebung stand auf dem Programm.

Fehlerquote gesenkt

Die Hilfsmaßnahmen, die abgesetzten Notrufe und auch das psychologische Betreuen der Verletzten bis zum Eintreffen der Rettungskräfte wurde im Kreis der 40 Teilnehmer besprochen und von den Experten des DRK beurteilt. Die Fehlerquote wurde so im Laufe des Tages erheblich gesenkt. Und schließlich gab es für die Forstleute von ihren Ausbildern vom DRK für die Art und Weise, wie sie ihr Wissen in Sachen Erste Hilfe umsetzten, ein dickes Lob.

Zufrieden mit den Leistungen der Forstleute waren schließlich auch Forstamtsleiter Uwe Zindel und die beiden Sicherheitsbeauftragten des Forstamtes, Uwe Huber und Peter Borchardt, die die Notfallübung organisiert hatten.

Von Norbert Müller

Quelle: HNA

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