Bildungsprojekt des Jobcenters: Arbeitssuchende Jugendliche organisierten Jobmesse und bauten eigene Computer zusammen

Einstieg in den Beruf im Minutentakt

Bewiesen Durchhaltevermögen: Die Teilnehmer des Bildungsprojekts Delta sind stolz darauf ihre Computer selbst zusammen gebaut zu haben. Foto: Herbst

Treysa. Selbstständig einen Computer aus Einzelteilen zusammen bauen und eine Jobmesse organisieren. Von den 16 Jugendlichen, die an dem Bildungsprojekt Delta teilnahmen, wurde einiges verlangt.

In Zusammenarbeit mit dem Jobcenter Schwalm-Eder organisierte der Bildungsträger „GSM Training und Integration“ eine dreimonatige Bildungsmaßnahme für Jugendliche und Erwachsene zwischen 17 und 28 Jahren. Das Ziel: Kompetenzen stärken und die Jugendlichen bei der Suche nach einem Arbeits- oder Ausbildungsplatz unterstützen.

„Die Jugendlichen bekommen von der Gesellschaft vermittelt, dass wir sie nicht brauchen“, sagte Projektleiter Ralf Schulte. Dass das nicht stimmt, zeigten die Projektleiter den Teilnehmern mit anspruchsvollen Aufgaben. In der dreimonatigen Projektzeit bauten die Jugendlichen aus Einzelteilen ihre eigenen Computer zusammen, konfigurierten die PCs und lernten mit den Office-Programmen umzugehen. „Viele haben keinen funktionierenden PC zu Hause“, sagte Carmen Lehsau vom Jobcenter. Ein Computer sei aber Voraussetzung, um sich auf dem Arbeitsmarkt behaupten zu können.

Jobcoach Peter Tippmann zeigte den 16 Teilnehmern, wie sie an ihren Computern professionelle Bewerbungen erstellen können und wo Verbesserungen möglich sind.

Besonders stolz sind die Arbeitssuchenden auf ihre selbst organisierte Jobmesse. Die Teilnehmer luden acht Unternehmen aus der Region zu einem „Job-Dating“ ein. In drei-minütigem Wechsel kamen die Teilnehmer und die potenziellen Arbeitgeber ins Gespräch.

Es habe viele positive Rückmeldungen von den Unternehmen gegeben, freute sich Wilfried Naumann von GSM. Vier Jugendliche haben durch die Jobmesse einen Arbeitsplatz gefunden, zwei erhielten einen Ausbildungsplatz und drei Jugendliche wurden für ein Praktikum eingeladen.

Das Projekt war eine Premiere. „Wir wollten eine Maßnahme machen, die anders ist als die anderen“, sagte Carmen Lehsau. Der Computer hätte die Jugendlichen motiviert durchzuhalten. Nur wer regelmäßig teilgenommen hatte, durfte am Ende den selbst zusammengebauten Computer mit nach Hause nehmen.

Von Ann-Kristin Herbst

Quelle: HNA

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