Der Schwälmer Malte Horn und der Inder Amit Jagtap besuchten sich gegenseitig

Studentenaustausch mit Indien

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Kontakt mit Aussicht: Durch das Freudenberg-Austauschprogramm sind Malte Horn (links) und Amit Jagtap Freunde geworden.

Niedergrenzebach. Zehn Stunden verbrachten beide hoch über den Wolken, um ihr Ziel zu erreichen. Der 21-jährige Malte Horn und der 19 Jahre alte Amit Jagtap sind Teilnehmer eines Austauschprogramms.

Das wird organisert von der Firma Freudenberg (Weinheim/Schwalmstadt). Sie konnten dadurch für je zwei Wochen Indien beziehungsweise Deutschland besuchen. Amit Jagtap ist derzeit Gast der Familie Horn in Niedergrenzebach.

„Ich möchte vor allem die deutsche Kultur kennenlernen“, erklärt der junge Inder – auf Englisch. Zuvor war ihm wenig über Deutschland bekannt, so dass er ohne Vorurteile hierher kam.

Malte Horn war bewusst, wohin er fliegt. „Der Kontrast zwischen Arm und Reich ist dort wirklich extrem“, berichtet er. Auf der einen Seite gebe es riesige Einkaufszentren und Firmengebäude, die denen in Europa ähnelten. Auf der anderen Seite vegetieren viele Menschen in Armut auf der Straße.

Für den fleischlos lebenden Malte hatte Indien eine große Annehmlichkeit zu bieten: vegetarische Restaurants. Amit brachte ihm deshalb verschiedene Lieblingsspeisen mit. Die Schärfe der Gerichte stellt einen großen Unterschied in den beiden Kulturen dar. Amit findet deutsche Gerichte, die wir als scharf empfinden, zu mild. Auch das Frühstück im indischen Pune, dem Heimatort von Amit, ist ganz anders. „Morgens gab es schon warme Mahlzeiten, beispielsweise scharfe Linsen“, berichtet Malte. Amit schmecken in Deutschland die Kroketten am besten. Auch die materielle Situation unterscheidet die beiden Länder sehr voneinander. Ein Farmarbeiter verdient dort nur umgerechnet 100 Euro im Monat. An der Straße werden Kokusnüsse für umgerechnet 16 Cent verkauft.

Beide sind Studenten

Was beide jungen Männer verbindet: Sie sind Studenten. Amit studiert Maschinenbau, der Niedergrenzebächer ist Student der Betriebswirtschaft in Marburg. Und beide kommen augenscheinlich prima miteinander klar, einige deutsche Worte soll Amit auch noch lernen. Eine Freundschaft, die trotz kultureller Unterschiede, zehn Stunden Flugdistanz und Sprachhürden Bestand haben kann. Über Facebook wollen die beiden auf jeden Fall in Kontakt bleiben.

Von Johanna Daher

Quelle: HNA

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