Einzelhandelsverband gegen Einkaufszentrum Wieragrund

Schwalmstadt. Es gibt weiterhin Gegenwind für das geplante Einkaufszentrum Wieragrund in Schwalmstadt: Einen Verstoß gegen den Regionalplan sieht der Einzelhandelsverband Hessen-Nord in dem Großprojekt, das südlich der Bahnhofstraße entstehen soll.

In seiner Dimension gefährde es den Lebensmitteleinzelhandel in den Stadtteilen und den umliegenden Kommunen. Das Regierungspräsidium widerspricht dem Verband: Die Regionalversammlung werde dem Projekt nicht im Wege stehen.

Während der Einzelhandelsverband um die Existenz der Einzelhändler in der Region fürchtet, sieht alles danach aus, als wenn bereits 2011 der erste Bauabschnitt des 20 Millionen Euro teuren Einkaufszentrums im Wieragrund fertig ist. Dann soll der neue Aldi-Markt mit einer Verkaufsfläche von 900 Quadratmetern eröffnen.

Die weiteren Mieter des Einkaufszentrums, neben Textilgeschäften ein Rewe-Markt mit 3000 Quadratmetern Fläche, folgen voraussichtlich im Herbst 2012. Im Gegenzug soll das Aldi im Ostergrund schließen und im Gebäude des Rewe-Marktes an der Friedrich-Ebert-Straße ist ein Kaufhaus ohne Lebensmittelsortiment sowie ein Markt für Tiernahrung geplant.

Ein im Februar erstelltes Einzelhandelsgutachten war bereits zu dem Schluss gekommen, dass mit dem Bauvorhaben im Wieragrund die Prüfkriterien der Landes- und Regionalplanung eingehalten werden. Unter dem Strich vergrößere sich das Lebensmittelangebot in Schwalmstadt um eine Verkaufsfläche von 1250 Quadratmetern. Dies sei im Einklang mit dem Regionalplan. Eine Sichtweise, der sich das RP anschloss.

Das prüfende Institut, die Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung, kam in seiner Analyse zu dem Schluss, dass es durch die Konkurrenzsituation lediglich Auswirkungen für die bestehenden Lebensmittelmärkte im Stadtgebiet geben wird. Mit einer erwarteten Umverteilungsquote von sieben bis acht Prozent liegt das Projekt unter dem relevanten Schwellenwert von zehn Prozent.

Eine Bedrohung der ländlichen Nahversorgung – wie sie der Einzelhandelsverband prophezeit – ist laut Institutsanalysen nicht zu befürchten. Für die Märkte im Umland würden sich kaum negative Auswirkungen ergeben. (bal)

Quelle: HNA

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