Eisdiele und Reformationshaus könnten entstehen

Um sie geht es: Die Schirnen am Marktplatz in Homberg stehen ebenso, wie das Gasthaus zur Krone zum Verkauf. Foto: Jäger

Homberg. Es muss eine Entscheidung her: Wird die Stadt Homberg die beiden leerstehenden Schirnen am Marktplatz und auch das einst älteste Gasthaus Hessens, die Krone, kaufen?

Das wollen die Stadtverordneten in ihrer Sitzung am Donnerstagabend beraten. Für den Kauf beider Objekte hat sich der Magistrat der Stadt bereits mehrheitlich ausgesprochen.

Wenn man die Gebäude kaufe, dann müsse man sie auch renovieren und dann möglichst schnell einen Pächter dafür finden, sagt Hombergs Bürgermeister Martin Wagner im HNA-Gespräch. „Die Schirnen sind an einer sehr bedeutenden Stelle am Marktplatz.

Wenn sie wieder genutzt werden, könnte das zur Belebung der Stadt beitragen“, erklärt Wagner. Zwei Jahre stünden die Schirnen nun schon leer, so Wagner weiter. Und sie seien derzeit kein schöner Anblick.

Viel zu tun in den Schirnen

Die Renovierung werde 105 000 Euro kosten, so Wagner. Der Kaufpreis betrage 47 000 Euro. Unter anderem müsse ein Wasserschaden beseitigt werden. Es sei außerdem vorgesehen, die Fenster neu zu verglasen, um so einen helleren Innenraum zu bekommen. Zudem solle ein Aufgang geschaffen werden, der behindertengerecht sein soll. Und es seien auch draußen Sitzplätze vorgesehen.

Gut eignen würden sich die Schirnen zum Beispiel für einen gastronomischen Betrieb, so Wagner. Es gebe auch schon einen Bewerber. Es liege das schriftliche Mietangebot für den Betrieb einer Eisdiele mit einer Laufzeit von zehn Jahren vor. Es sei ein heimischer Gastronom, sagt Wagner. Dieser wolle die 100 Quadratmeter der beiden Schirnen nutzen und seinen bereits bestehenden Betrieb erweitern. Die historischen Schirnen entstanden aus Lagerräumen unterhalb der Kirche und wurden als Verkaufsstände genutzt.

Um das einst älteste Gasthaus Hessens, die Krone, soll es ebenfalls in der Sitzung der Stadtverordneten gehen: „Wir sollten das Haus kaufen, um es zu erhalten. Andernfalls nagelt der Eigentümer die Fenster und Türen zu“, sagt Wagner. Das Haus, das einer Investment-Dachgesellschaft aus den USA gehört, könnte zum Beispiel von einem Investor gekauft und verpachtet oder selbst betrieben werden. Aus Sicht der Bauverwaltung seien der Kauf des Hauses und die Sanierung - ebenfalls mit Unterstützung des Städtebauförderprogramms - sinnvoll. Die Förderquote für beide Objekte betrage 70 Prozent, so Wagner.

Suche nach Pächter

Sollte kein Pächter gefunden werden, wäre es auch möglich, dort das Haus der Reformation samt Bistro zu integrieren. Die Sanierungskosten liegen laut Wagner bei 180 000 Euro, der Kaufpreis bei 95 000 Euro. Somit ist der Preis des Hauses um 15 000 Euro gesunken. Ursprünglich veranschlagt waren einmal über 200 000 Euro. Man habe mit dem Eigentümer immer wieder verhandelt, so Wagner.

Der Verein Bürger für Homberg, der für den Kauf der Krone Geld gesammelt habe, wolle sich auf die Suche nach einem gastronomischen Pächter machen. Gelinge diese Suche nicht innerhalb von drei Monaten, würden sie der Planung für ein Haus der Reformation mit gastronomischem Angebot (Luther Schänke) zustimmen. „Es muss uns darum gehen, beide für die Stadt prägenden Gebäude zu erhalten und nicht verkommen zu lassen“, betont Wagner.

Von Leona Nieswandt und Maja Yüce

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare