Fraktion verließ Sitzung vorzeitig

Eklat in Fritzlar: Freie Wähler  boykottierten Amtseid von Bürgermeister 

Fritzlar. Eklat in der Fritzlarer Stadtverordnetenversammlung: Die Fraktion der Freien Wähler hat vor der Amtseinführung von Bürgermeister Hartmut Spogat (CDU) geschlossen den Rathaussaal verlassen.

Es war am Donnerstagabend der letzte Punkt auf der Tagesordnung. Hartmut Spogat sollte seinen Amtseid ablegen und damit offiziell in seine zweite Amtszeit starten. Als Stadtverordnetenvorsteher Eduard Dippolter den Tagsordnungspunkt sieben aufrief, standen die vier Fraktionsmitglieder auf und gingen. „Das war spontan, das haben wir nicht geplant“, erklärte FW-Fraktionsvorsitzender Dr. Christoph Pohl am Freitag. Es sei eine Reaktion auf die vorausgegangene Sitzung gewesen. Bürgermeister Hartmut Spogat habe sich „nicht anständig“ benommen. Er habe jeden Antrag der Freien Wähler kleingeredet und die Stadtverordnetenversammlung als Bühne genutzt. Es sei nicht um Sachpolitik gegangen, sondern darum, „den Freien Wählern kein Stück zu lassen“. In der Sache gute Anträgen müssten nicht alle teilen, sie sollten aber auch nicht pauschal abgelehnt werden. Das Verhalten der Freien Wähler sei daher nur konsequent.

Das Verlassen des Rathaussaals stehe nicht im Zusammenhang mit der Bürgermeisterwahl, versicherte Pohl. Bei der Wahl am 28. Januar hatte sich Amtsinhaber Hartmut Spogat mit 78,5 Prozent gegen Herausforderer Gert Rohde von den Freien Wählern durchgesetzt. „Wir akzeptieren das Wahlergebnis“, sagte Pohl.

Hartmut Spogat bezeichnete das Verhalten der Freien Wähler als „völlig unverständlich“. Den Vorwurf, die Stadtverordnetenversammlung als Bühne zu nutzen, wies er zurück. Er habe in Ruhe und sachlich über den Bearbeitungsstand in der Verwaltung informiert. Das werde er weiter so handhaben. Pohl kündigte an, künftig lauter zu argumentieren.

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © Archivfoto: Peter Zerhau

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare