Anwohner will, dass die Straße nach Obermelsungen komplett gesperrt wird

Elfershausen soll für Autofahrer Sackgasse werden

+
Setzt sich für eine komplette Sperrung der Straße ein: Kurt Drese aus Elfershausen will erreichen, dass sein Ortsteil vom Verkehr entlastet wird. Laster dürfen sie nicht mehr befahren, wie es das Schild am Foto beweist.

Elfershausen. Kurt Drese will den Autoverkehr aus Elfershausen bringen. Trotz der Umgehungsstraße, die die Melsunger Pfieffewiesen mit dem Ostheimer Gewerbegebiet und der Malsfelder Auffahrt zur A7 verbindet, führen viele Pendler auf dem Arbeitsweg durch Elfershausen, sagt er.

Das will Drese ändern: Er strebt eine Abstufung und eventuell sogar eine Sperrung der Straße an. Tatsächlich nutze längst nicht jeden Autofahrer die neue Umgehungsstraße, sagt Ortsvorsteher Kar-Heinz Reichmann: „Viele fahren einfach nach alten Gewohnheiten und damit eben wie früher über Elfershausen.“ Aber auch wenn morgens und abends mehr Pendler durch den Ort führen als am Nachmittag, sei es doch längst nicht so, dass sich endlose Autoschlangen durchs Dorf zögen.

Das Thema Verkehr beträfe natürlich in erster Linie die Menschen, die direkt an der Straße wohnten. „Den anderen brennt es wohl nicht so sehr auf der Seele“, sagt Karl-Heinz Reichmann. Er sei sicher: „Die Volksseele kocht hier nicht wegen eines hohen Verkehrsaufkommens hoch – das wüssten wir im Ortsbeirat.“

Drese bleibt dabei, dass zu viele Autofahrer den Weg durch sein Dorf nähmen: Der führe zwar über eine holprige Piste, sei aber dafür zwei Kilometer kürzer und weise weder Ampeln noch Blitzer auf. „Deshalb ist es vielen egal, dass sie über Schlaglöcher rumpeln“, sagt Drese. Dem Elfershäuser aber ist das nicht egal. Er kämpft mit allen Mitteln dafür, dass das Verkehrsaufkommen im Malsfelder Ortsteil sinkt.

Der 54-Jährige will erreichen, dass die Lebensqualität der Anwohner steigt, der Wert der an der Hauptstraße gelegenen Immobilien nicht noch weiter sinkt. Drese hatte im Sommer eine Petition ans Land Hessen eingereicht. Die soll bewirken, dass die Straße zwischen Obermelsungen und Elfershausen von einer Landes- in eine Gemeindestraße umgewandelt, zurückgebaut und gesperrt wird.

So will er verhindern, dass noch mehr Verkehr rollt. Das Ostheimer Gewerbegebiet, sagt er, sei ja erst zur Hälfte erschlossen, deshalb sei künftig noch mehr Verkehr und Lärm im Dorf zu erwarten, sagt er. Das will er aber keinesfalls hinnehmen. Schon allein deshalb nicht, weil der Bau des Autobahnzubringers in Malsfeld (K15) damals untrennbar an den Rückbau der Landesstraße nach Obermelsungen (L 3435) gekoppelt gewesen sei.

Diese Forderung habe Anfang des neuen Jahrtausends eine Umweltverträglichkeitsstudie gestellt, quasi als naturnahen Ausgleich für den Bau der Umgehungsstraße. Das aber, sagt Drese, sei nie geschehen. Sein Vorwurf: Die Gemeinde Malsfeld habe eine zweckgebundene Fördersumme erhalten, die aber niemals zweckgebunden eingesetzt.Was Kurt Drese außerdem anprangert: Im Jahr 2005 habe die Gemeinde die schmale Straße, die von Elfershausen nach Malsfeld führt, zum Wirtschaftsweg abgestuft - aber schon kurze Zeit später wieder für den Verkehr geöffnet. Eine Entscheidung, die er nicht nachvollziehen kann. „Sie hätte gesperrt bleiben müssen.“

Jetzt aber bringe seine Petition Erfolge, sagt Drese und verweist auf die Durchfahrt-verboten-Schilder, die Hessen Mobil aufgestellt hat. Seit 2002 dürfen Laster die abschüssige Straße von Elfershausen nach Obermelsugen nicht mehr befahren, seit kurzem ist die Strecke beidseitig für Brummifahrer gesperrt.

Das sei realisiert, jetzt müsse man mit den Kommunen Malsfeld, Melsungen und den Verkehrsmanagern von Hessen Mobil abklären, wie die Straße rückgebaut werden soll, sagt Drese. Eine Sperrung sei ihm am liebsten: Die Anzahl der Straßen rund um Malsfeld sei ohnehin zu hoch, sagt er.

Das sagt der Bürgermeister:

Malsfelds Bürgermeister Herbert Vaupel dementiert sämtliche Vorwürfe von Kurt Drese zum Bau des Autobahnzubringers. Und zwar vehement. Als die Umgehungsstraße gebaut wurde, habe damals eine Umweltverträglichkeitsstudie den Ausgleich für den Eingriff in die Natur verlangt.

Tatsächlich habe man damals geplant, die Landesstraße zurückzustufen, sagt Vaupel. Dann aber habe die Naturschutzbehörde den Fokus statt auf die Straße auf den Hochwasserschutz gelegt: Mit Hilfe der Fördersumme sei direkt am Fuldaradweg bei Beiseförth eine Flutmulde und eine Retentionsfläche geschaffen worden, sagt Vaupel.

Darüber gebe es Verwendungsnachweise, die sowohl von der Straßenbaubehörde als auch vom Landesrechnungshof geprüft worden seien. Damit sei der Vorwurf, die Gemeinde habe das zweckgebundene Fördergeld nicht zweckgemäß eingesetzt, vom Tisch.

Von Claudia Brandau

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare