Elfjährige retten Rentner aus dem Wald

Handelten schnell: Fabian Knobloch (links) und Niklas Schwarze klingelten an mehreren Haustüren, um Hilfe zu holen.

Malsfeld. Ein Rollator liegt verlassen im Wald - bei vielen Spaziergängern hätte das zunächst nur für Verwunderung gesorgt. Doch zwei Elfjährige in Malsfeld ahnten schnell, dass etwas nicht stimmt. Sie suchten den Besitzer und retteten so einem Rentner möglicherweise das Leben.

„Wir hatten Angst und voll den Schock“, sagen Niklas Schwarze aus Malsfeld und Fabian Knobloch aus Melsungen. Ihr gemeinsames Erlebnis hatte die beiden Jungs heftig aufgewühlt.

Sie waren am Dienstagnachmittag durch den Wald zum Neubaugebiet gegangen. „Dort wird ein Haus gebaut, das wollten wir sehen.“ Sie wählten dabei einen schmalen Waldweg, der sonst eigentlich nur von Kindern benutzt werde.

Dort stießen sie auf einen Rollator, der herrenlos am Wegesrand lag. „Wir dachten zunächst, den habe jemand weggeworfen“, erklärt Fabian. Doch etwas stimmte nicht: In dem Korb des Rollators lagen Flaschen, das Gerät hatte zudem keinen Rost angesetzt.

Die Elfjährigen begannen, nach dem Besitzer zu suchen - und wurden fündig: Mehrere Meter von dem Gerät entfernt lag an einem Hang ein Mann, Ende 70, im Unterhemd. Allerdings habe man genau hinsehen müssen, um die Gestalt zu entdecken.

„Er lag gekrümmt auf der Seite“, sagt Niklas. Auf die Jungen habe der Rentner nicht reagiert.

Fabian und Niklas rannten zurück in den Ort, machten sich auf die Suche nach Hilfe. Sie klingelten an mehreren Haustüren, bis schließlich ein Bekannter öffnete. Mit einem weiteren Helfer und einer Autofahrerin, die sie anhielten, eilten sie zur Unglücksstelle.

Mit vereinten Kräften gelang es, den Mann wieder aufzurichten und mit einem Fahrzeug nach Hause zubringen. Laut einer Angehörigen geht es ihm bis auf Schürfwunden und eine Prellung gut. Wieso der Mann den schmalen Waldweg wählte, sei weiter unklar. (gör)

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Quelle: HNA

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