Borkener Firma will sich verändern, das Parkhausgeschäft geht dem Ende entgegen

Elikraft setzt auf Wasser

+
Idylle mit viel Energie: Die Borkener Firma Elikraft betreibt Wasserkraftwerke an der Lahn, so wie hier in Dietz.

Dillich. Das Parkhausgeschäft hat sich im vergangenen Jahr richtig gelohnt. Das geht aus dem Geschäftsbericht der Firma Elikraft hervor, die ihren Sitz im Borkener Stadtteil Dillich hat.

Trotzdem setzt Elikraft zukünftig nicht mehr auf Parkhäuser, sondern auf Wasserkraftwerke. So will die Elikraft-Tochter Park-Bau Westfalen sich von den verbliebenen Parkhäusern trennen, etwa von dem frisch renovierten Haus in Weinheim.

Parkhäuser vor Verkauf

Zurzeit könnten gute Preise beim Verkauf erzielt werden, sagte Vorstand Rainer-Michael Rudolph (Homberg) im Gespräch mit der HNA.

Elikraft (Elektrische Licht- und Kraftanlagen) engagiert sich inzwischen im Geschäft Wasserkraft. Zurzeit gehören zwei Werke an der Lahn dazu, ein drittes soll noch gekauft werden, kündigte Rudolph an. Dann könne man acht Millionen Kilowattstunden Strom im Jahr erzeugen, laut Rudolph entspricht das ungefähr einem Betrag von 900.000 Euro. Rudolph plant auch, die Rechtsform der Elikraft Aktiengesellschaft zu verändern. Die meisten Aktien befinden sich im Eigentum der Familie Rudolph.

Für eine AG am geregelten Markt – das ist ein Fachbegriff der Börsianer – müssen bestimmte Regeln erfüllt sein, unter anderem gehören umfangreiche Berichtspflichten dazu.

Der Chef: Rainer-Michael Rudolph, Vorstand von Elikraft.

Wenn sich Elikraft nicht mehr diesen strengen Regeln unterwerfen müsse, könne man 100.000 Euro jährlich sparen, schätzt Rudolph.

Denkbar sind laut Rudolph der Wechsel in einen anderen, weniger regulierten Markt und eine Umwandlung in einer andere Rechtsform, etwa eine GmbH auf Aktienbasis. Das würde allerdings einen „Squeeze-Out“ voraussetzen. Dieses Verfahren ist möglich, wenn man 95 Prozent der Aktien kontrolliert.

Elikraft wird kleiner

Die freien Aktionäre werden dabei entschädigt und aus der Firma heraus gedrängt. Dann würde Rudolph Elikraft von der Börse nehmen.

Grundsätzlich gelte für Elikraft: „Wir werden kleiner.“ Wenn Mitarbeiter aus Altersgründen ausscheiden, würden ihre Stellen teilweise nicht neu besetzt. Kündigungen seien aber nicht zu befürchten. Auch über die Nachfolgerfrage mache er sich Gedanken, sagte Rudolph, der 64 Jahre alt ist.

Trotz der Neuorientierung auf die Wasserkraft ist das Parkhausgeschäft längst nicht passé für Familie Rudolph. Denn es gibt da noch die Firma Parkbau Hessen, die nicht mit Elikraft verbandelt ist. Mit ihr betreibt Rudolph zehn Parkhäuser an „sehr guten Standorten“ in Hessen.

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare