Elisabeth Dingel aus Moischeid feiert ihren 100. Geburtstag

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Freut sich auf die Gratulanten: Die gebürtige Moischeiderin Elisabeth Dingel wird heute 100 Jahre alt.

Moischeid/Gilserberg. 1916 ist Elisabeth Dingel als Elisabeth Vöhl im Gilserberger Ortsteil Schönau geboren worden. Uns hat sie von ihrem bewegten Leben erzählt.

Der Vater war zu der Zeit noch im Krieg, die Mutter arbeitete bei einem Bauern in Moischeid. Elisabeth wuchs bis 1918 - da kehrte der Vater heim - bei ihrer Großmutter auf. Gemeinsam mit den Eltern zog das kleine Mädchen im Gemeindehaus in Moischeid ein. Das Haus der Familie war 1911 niedergebrannt.

Bruder Johannes kam 1919 zur Welt. Als Maurer sorgte der Vater bald für ein neues Haus: 1921 war es fertig und Vöhls zogen ein. Drei weitere Kinder bereicherten die Familie. Nach Elisabeth Dingels Konfirmation ging sie zur Arbeit auf einen Bauernhof. „Die Arbeit war schwer, aber der Bauer war gut zu mir“, erinnert sich die 100-Jährige noch genau.

Krieg veränderte alles 

1934 verliebte sich die junge Frau in den Nachbarsjungen, Heinrich Dingel. Er lernte in Gilserberg den Beruf des Schuhmachers. Ein Jahr später feierte das Paar Hochzeit und zog mit ins Haus von Elisabeths Schwiegermutter ein. Die Familie wuchs, die Dingels bekamen vier Söhne.

Doch der Zweite Weltkrieg veränderte auch ihr Leben: Zunächst zurückgestellt, musste Heinrich Dingel schließlich doch an die Front - mit leidvollem Ausgang. 1944 erhielt Elisabeth Dingel die Nachricht, dass ihr Mann in Russland gefallen war. „Am 14. Februar wäre er 30 Jahre geworden“, erzählt die Jubilarin. „Es war eine sehr schwere Zeit.“

Die Kinder, nun allesamt im Schulalter, besuchten die Schule in Moischeid. Sohn Hans-Werner ging nach seinem Realschulabschluss in Gemünden nach Hamburg. Von dort aus fuhr er neun Monate auf einem Ausbildungsschiff um die Welt. „Er wollte immer Seemann werden. Und das hat er geschafft“, erklärt Elisabeth Dingel. Alle Kinder erlernten einen Beruf, Arbeitsplätze gab es in der Gegend indes nicht. Sohn Jakob zog nach Bremen, wo bereits Elisabeths Bruder lebte.

Sohn Heinrich lernte den Beruf des Autoschlossers und fand durch einen ehemaligen Gilserberger Arbeitskollegen eine Stelle in den Ford-Werken in Köln. Beide Söhne lernten in der Ferne ihre Frauen kennen und heirateten. Sohn Georg traf seine spätere Frau in Lischeid, Sohn Hans-Werner fand seine große Liebe in Gemünden. Bis vor zwei Jahren lebte die Jubilarin im gemeinsamen Haushalt mit ihrem Sohn Georg und dessen Ehefrau Erika.

Rezitiert gern Gedichte 

Heute hat Elisabeth Dingel, die nun im Seniorenzentrum Kikra lebt, neun Enkel, 14 Urenkel und sieben Ur-Ur-Enkel. Zu ihren großen Hobbys zählte das Handarbeiten. Sämtliche Familienmitglieder stattete sie mit Strümpfen aus. Heute löst die 100-Jährige noch gern Kreuzworträtsel, zusammen mit ihrer früheren Nachbarin Yvonne vom Hofe, die häufig zu Besuch kommt. Mit großer Freude rezitiert Elisabeth Dingel Gedichte aus ihrer Schulzeit. Die Jubilarin begeht ihr Fest heute im Kreise ihrer großen Familie.

Quelle: HNA

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