Elisabeth und Franz Draxler gaben sich vor 60 Jahren das Jawort

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Es war Liebe auf den ersten Blick: Heute feiern Elisabeth und Franz Draxler Diamantene Hochzeit

Felsberg. „Streit erfrischt die Liebe“, schmunzelt der 83-jährige Franz Draxler aus Felsberg. Das scheint wohl das Geheimrezept von Elisabeth und Franz zu sein. „Schließlich kann nicht immer alles glatt gehen. Das wäre ziemlich langweilig“, ist sich das Ehepaar nach 60 Jahren einig. Am Donnerstag feiern sie Diamantene Hochzeit.

Liebevoll wirft er einen Blick in Elisabeths Richtung. Sie hat es sich in einem Sessel im Wohnzimmer direkt neben dem Familienfoto in Postergröße gemütlich gemacht. Die sechs Kinder der beiden mit Partnern, neun Enkel und sechs Urenkel sind auf dem Bild zu sehen.

Franz war gerade 15 Jahre alt, da nahm er sein Hab und Gut und brach von Rumänien Richtung Deutschland auf. Hier traf er die hübsche Elisabeth. Der dunkelhaarige, drahtige junge Mann saß bei seinem damaligen Lehrmeister, einem Schumacher, vor der Tür, als Elisabeth mit dem Fahrrad vorbei fuhr. Sie arbeitete in der Molkerei und fuhr jeden Morgen mit dem Rad von Felsberg nach Gensungen und somit auch an Franz vorbei. „Eines Tages rief jemand ,Hallo, ich möchte mit Ihnen reden‘“ , erinnert sich die heute 82-Jährige mit einem Lächeln im Gesicht. Ein bisschen überrumpelt freute sie sich aber über den ersten Kontakt. Denn Franz war ihr zu dieser Zeit längst aufgefallen. Liebe auf den ersten Blick war es bei beiden. Und so kamen sie sich von Tag zu Tag langsam näher.

Zum Tanzen ging er nicht mit

Es vergingen noch fast zwei Jahre, bis sie fest zusammen waren. „Ich bin damals für mein Leben gern tanzen gegangen. Franz aber leider nicht. Er hat mich immer zum Tanzabend gebracht und wieder abgeholt“, erinnert sich die Felsbergerin. Eifersüchtig sei er nie gewesen, wenn Sie mit einem anderen jungen Mann getanzt habe.

„Es war eine wunderschöne Hochzeit“, so Elisabeth. Gefeiert haben sie mit Freunden und Verwandten im Ratskeller. Ein Kleid in Weiß hatte Elisabeth nicht. Das Geld war damals knapp, und die erste Tochter hatte bereits das Licht der Welt erblickt. Auch die ersten Ehejahre waren kein Zuckerschlecken. Es war Nachkriegszeit und Franz auf Arbeitssuche. Doch aufgeben wollten sie nicht, sie hatten immer ein gemeinsames Ziel: Es irgendwann mal besser werden. Als der Familienvater wieder Arbeit fand, war er von früh bis spät unterwegs. Manchmal sei er nur mit einem trockenen Brot zur Arbeit gegangen, damit das Essen für die Kinder reichte.

Schon längst in Rente, lassen es die Draxlers heute ruhig angehen. Er verbringt seine Zeit gern im Garten, sie geht gerne spazieren.

„Heute sind wir nicht mehr so fürs Feiern. Wir haben schon genug Feste in unserem Leben gegeben“, erklärt der 83-Jährige. Deswegen kommt nur der engste Familienkreis. Für die Zukunft wünschen sich beide, dass sie gesund und noch lange zusammen bleiben. (zla)

Quelle: HNA

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