Buch über den 1. Weltkrieg

Ellenberger bringt Buch über sein Heimatdorf heraus

+
Er sammelt alles, was sein Heimatdorf betrifft: Karl-Werner Kunz (69) hält Postkarten hoch, die Soldaten aus Ellenberg von der Front nach Hause geschickt haben. 

Ellenberg. Karl-Werner Kunz ist der erste Ansprechpartner, wenn es um die Geschichte Ellenbergs geht. Der 69-Jährige sammelt seit 50 Jahren alles, was sein Heimatdorf betrifft.

„Mich interessiert unsere Geschichte“, sagt Kunz. Schließlich sei er in Ellenberg geboren „und ich will nicht, dass die Informationen verloren gehen“. Seit einem Jahr beschäftigt sich der Senior mit den Ereignissen im Ersten Weltkrieg. Um sein Wissen weiterzugeben, will Kunz nun in einem Buch alles zusammentragen.

Derzeit erstellt der Ellenberger eine Liste, welche Ellenberger damals an der Front waren. In einer Tabelle trägt er zum Beispiel den Namen, Dienstgrad und Auszeichnungen ein.

Auch die Verwundungen werden vermerkt. Um die Informationen zusammenzutragen, wertet er gerade zahlreiche Dokumente aus. Dazu gehören Hefte der Kirchspiele Breitenau Wollrode, die den Namen „Heimatgruß“ tragen. Sie wurden damals aus Guxhagen zu den Soldaten an der Front geschickt. „Das war für sie die einzige Informationsquelle, um mitzubekommen, was in ihrer Heimat geschah“, erzählt Kunz.

Im Jahr 1916 waren 100 Männer aus Ellenberg an der Front, hat Kunz recherchiert. „Erstaunlich ist, dass die Menschen bis zum Ende geglaubt haben, dass sie den Krieg siegreich beenden würden“. Das geht aus vielen Passagen des Heimatgruß’ hervor. Ist ein Soldat gefallen, war stets die Rede vom „Heldentod fürs Vaterland“. „Teilweise sind die Briefe sehr emotional“, sagt Kunz. Verletzungen werden dort geschildert, Todesmitteilungen überbracht. „So etwas geht einem schon an die Nieren“. Insbesondere wenn man die Nachkommen der Soldaten kenne, sagt Kunz. Der 69-Jährige hat auch zahlreiche Postkarten, die Soldaten von der Front in ihre Heimat geschickt haben.

Erster Weltkrieg: Das Foto zeigt Adam Kilian (links) und Bernhard Sommerlade. 

In zahlreichen Ordnern sammelt er die Unterlagen über sein Heimatdorf. Für größere Gegenstände, wie alte Schreibmaschinen und weitere Haushaltsgegenstände, gibt es im Dorfgemeinschaftshaus extra einen Raum. Auf dem Dachboden seines Hauses hat sich Kunz für seine Recherchen ein Büro eingerichtet. „Dort habe ich auch Tausende von Bildern.“

Kunz’ Recherchekünste sind in Guxhagen bekannt. Vor einiger Zeit fragte die Kirchengemeinde an, ob Kunz Fotos vergangener Konfirmandenjahrgänge beschaffen könne. Und das konnte er auch: Mithilfe der Konfibücher und der Namen der ehemaligen Konfirmanden machte sich der 69-Jährige auf die Suche nach Fotos.

„Ich bin zu den Leuten hingegangen und habe nachgefragt, ob sie noch ein Gruppenfoto von damals haben.“ Und tatsächlich: Nach einem halben Jahr Recherchearbeit hatte Kunz alle Jahrgänge seit 1917 zusammen. Jetzt steht bei Karl-Werner Kunz aber erst einmal der Erste Weltkrieg auf dem Programm. „Im Winter habe ich viel Zeit, um mich damit zu beschäftigen.“

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare