Festwochenende mit kostümiertem Einsiedler

Ellingshäuser schlüpfen zur 700-Jahr-Feier in die Rolle "Ellinc"

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Bereiten sich auf die 700-Jahr-Feier vor: Die Mitglieder des Festausschusses mit Robin Sauer in dem Kostüm des Ortsgründers und Einsiedlers Ellinc.

Ellingshausen. Aufbruchstimmung herrscht derzeit in Ellingshausen. Die 120 Einwohner des Knüllwalder Ortsteils freuen sich auf ihren Geburtstag, Vom 25. bis zum 27. August feiern sie 700 Jahre Ellingshausen.

Mehr als die Hälfte der Einwohner packen mit an, helfen mit. Damit wird der Festausschuss sein Ziel wohl erreichen: Er will ein Fest vom Ort für den Ort. „Wir wollen alle mitnehmen“, sagt Mathias Strippel.

Mathias Strippel

Der Sage nach wurde Ellingshausen zwischen dem 5. und 8. Jahrhundert von einem Einsiedler namens Ellinc gegründet. Vermutlich bestand die erste Siedlung aus einem Einzelgehöft, um das später andere Siedler herumbauten. Dass es sich hier um Klosterbesitz handelt, lässt sich aus den Flurnamen Klosterstein, Jesusgehege oder Pfaffenpfad ableiten, die es heute noch gibt. Diese Geschichte gefällt den Ellingshäusern besser als die Erwähnung in einer Verkaufsurkunde: 1317 wurde Ellingshausen von derer von Waldenstein an die von Homberg verkauft. Am Festwochenende lässt der Ortsteil den Einsiedler Ellinc „auferstehen“. Mehrer Ellingshäuser werden in seine Rolle schlüpfen, die Gäste begrüßen und immer wieder an den verschiedenen Stellen auftauchen. Gespielt wird Ellinc von „Leuten, die sich trauen“ und auch mal den ein oder anderen Spruch auf den Lippen haben. „Der Ellinc ist eine Identifikationsfigur“, ist sich Strippel sicher.

Viele Jahre gab es in Ellingshausen einen Chor. Weil das Personal fehlte, hat er sich jedoch aufgelöst. Am Jubiläumswochenende feiert er eine Renaissance. Mehr als 25 Sänger machen mit, proben seit einem dreiviertel Jahr unter der Leitung von Martin Pfetzing. Er hat sich – ebenso wie die Sänger – spontan bereit erklärt, bei diesem besonderen Vorhaben mitzumachen. Seinen großen Auftritt wird der Chor am Festsonntag ab 12 Uhr auf der Bühne auf dem Dorfplatz haben. Das Knüllwaldlied wird dann auf jeden Fall zu hören sein, versprechen die Organisatoren.

Brauchtum und Handwerk

Gefeiert wird in Ellingshausen rund um den Dorfplatz. Hinzu kommt die Feststraße auf der Pommerstraße. Sie steht unter dem Motto „Tradition, Brauchtum, Handwerk, Spiel, Spaß und Unterhaltung für Jung und Alt“. 34 Stationen sind geplant, der Eintritt kostet drei Euro.

Die Aussteller kommen aus Hersfeld-Rotenburg und dem Schwalm-Eder-Kreis. Korb- und Rechenmacher, Stuhlflechter und Seiler zeigen ihr Handwerk. Das lebendige Bienenmuseum ist ebenso dabei wie das Zündapp-Team Mühlbach, der Oldtimerclub Raboldshausen und ein Kettensägenkünstler. Im Dorfgemeinschaftshaus wird es historisch: Eine Ausstellung zeigt Geschirr, Fässer und Nachttöpfe „anno dazumal“. Hobbymaler Gerhard Kwapil präsentiert Dorfansichten.

Das Programm der 700-Jahr-Feier lesen Sie hier.

Quelle: HNA

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