Eltern in Bad Emstal protestieren gegen neue Kindergartengebühren

Sand. Rund 30 Eltern haben vor dem Bad Emstaler Rathaus mit ihren Kindern gegen die Erhöhung der Kindergartengebühren protestiert. Mit Plakaten und Parolen machten sie ihrem Unmut Luft.

Die ersten Tränen sind schon geflossen. Als die fünfjährie Marlene von ihrer Mutter erfuhr, dass sie den Kindergarten wechseln soll, war die Enttäuschung groß. Doch Martina Degenhardt bleibt kaum eine andere Wahl. Die berufstätige Mutter zweier Töchter im Kindergartenalter sucht neue Kindergartenplätze – um Geld zu sparen. „Momentan zahle ich 150 Euro für meine beiden Kinder, im August könnten es schon 600 Euro sein. Man wird ja fast noch dafür bestraft, dass man arbeitet.“ Gemeinsam mit rund 30 anderen Eltern zog Degenhardt daher am Donnerstagmorgen zu einer Protestkundgebung vom Kindergarten Zwergenhöhle zum Bad Emstaler Rathaus.

Aktualisiert um 18.23 Uhr.

Slogans wie „So werden Kinder Luxus!“ oder „Kinder kriegen ist nicht schwer – Kita zahlen umso mehr!“ standen auf den Plakaten, die geschwenkt wurden. Selbst die Kleinsten bezogen mit ihren „Ihr habt doch nen Vogel“-T-Shirts klar Stellung. Branka Braun, die mit ihrem Mann und einem Kind im Kindergartenalter nach Bad Emstal gezogen ist, hat diesen Schritt inzwischen bereut. „Wir dachten, es passt alles hier. Aber die Kosten steigen, und es ist kein Ende in Sicht. Inzwischen ist es wirklich ein kinderunfreundliches Bad Emstal“, sagt sie. Besonders regt die Eltern auf, dass die neuen Gebühren so kurzfristig erhoben werden. „Manche Eltern sind jetzt im Urlaub und bekommen das gar nicht mit“, sagt Madlen Klement und befürchtet: „Bad Emstal droht zu einer „alten Gemeinde“ zu werden, wenn hier alle Eltern mit kleinen Kindern wieder wegziehen.“

Eine Erhöhung der Gebühren wollen die protestierenden Eltern sogar akzeptieren. Die neue Regelung empfinden sie aber als ungerecht. Zudem fordern sie Transparenz bei der Verwendung der Gelder, da diese als Gebühren zweckgebunden sind. Bürgermeister Ralf Pfeiffer war für eine Stellungnahme kurzfristig nicht zu erreichen.

Quelle: HNA

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