Petition richtet sich an Landrat Winfried Becker

Eltern halten Kreissporthalle als Unterkunft für Flüchtlinge für ungeeignet

Als Unterkunft für Asylsuchende im Gespräch: die Kreissporthalle an der Schönen Aussicht in Guxhagen. Foto: Vanessa Rehermann

Guxhagen. Eltern in Guxhagen haben eine Online-Petition gestartet. Sie halten die Kreissporthalle als Standort für Flüchtlinge für ungeeignet.

Einzusehen ist die Petition auf der Plattform www.change.org unter "Kein Erstaufnahmelager in der Kreissporthalle Guxhagen". Unterschrieben hatten die Internet-Petition am Donnerstagnachmittag bereits über 600 Menschen. Die Petition richtet sich an Landrat Winfried Becker.

Eltern vertreten auf dem Petitionsportal mit ihrer Unterschrift unter anderem die Ansicht, eine Erstaufnahmeeinrichtung in Nachbarschaft zu Schulen und Kindergarten könne Stresssituationen erzeugen, die Kindern und Jugendlichen und dem Ziel einer unbeschwerten Schulzeit nicht zuträglich seien.

Standortfrage 

Auch die CDU im Guxhagener Parlament und die GL-Freie Wähler haben sich in Presseerklärungen gegen den Standort ausgesprochen. Die Guxhagener CDU hält die Kreissporthalle als Aufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge für nicht geeignet, „den Anforderungen der Flüchtlinge gerecht zu werden,“ erklärte Parlamentsfraktionschef Martin Graefe in einer Pressemitteilung. Man fordere die Gemeinde auf, die Suche nach geeigneten Unterbringungsmöglichkeiten zu intensivieren. So könne man sich am Ortsrand eine Leichtbauhalle vorstellen.

Seitens der Eltern und Bürger gibt es Graefe zufolge berechtigte Bedenken gegen die Pläne des Kreises, Flüchtlinge in der Turnhalle unterzubringen. Die Nähe zur Gesamt- und zur Grundschule biete zu viel Konfliktpotential. Guxhagen brauche eine schnelle Lösung, „da wir unserer solidarischen Verantwortung gerecht werden wollen“, sagte Graefe.

Die Guxhagener Partei GL-Freie Wähler sieht den Standort kritisch. Eine Erstaufnahmeeinrichtung mit so vielen Menschen zwischen einer Grundschule, einer Gesamtschule und einem Kindergarten mitten in einer Wohnsiedlung zu errichten, sei unverantwortlich, erklärte Ulrich Wiegand von der GL-Freie Wähler. Man werde alles tun, um den Standort zu verhindern. Unverständlich für die GL-Freien Wähler sei, dass die Verantwortlichen Kasernen in der Region nicht ausreichend nutzten. Dort finde man optimale Bedingungen vor, vom Schlafraum bis zu Dusch- und Waschmöglichkeiten, erklärte Nicolo Martin von der GL-Freie Wähler.

Verantwortung übernehmen 

Auch Guxhagen müsse Verantwortung übernehmen, so die Guxhagener GL-Freie Wähler. In der Sache habe man Vorschläge eingebracht, etwa mit Vertretern des Landkreises bereits im Juli das alte Raiffeisengelände angeschaut. Es sei nicht nachvollziehbar, warum der Standort vom Kreis nicht weiter verfolgt worden sei.

Lesen Sie auch:

- Landrat: Sporthallen für Flüchtlingsunterbringung ist absolute Notlösung

- Flüchtlinge in Hallen: Sportler haben Verständnis, sind aber frustriert

- Protest gegen Pläne für Flüchtlingslager in Sporthallen

 

Liebe Nutzer, anders als die meisten Artikel auf HNA.de können Sie diesen Text nicht kommentieren. Leider erreichen uns zum Thema Flüchtlinge so viele unangemessene und beleidigende Beiträge, dass eine gewissenhafte Moderation nach den Regeln unserer Netiquette kaum mehr möglich ist. Deshalb können Sie nur ausgewählte Artikel zu diesem Thema kommentieren. Wir bitten um Verständnis.

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion