Das emotionale Ergebnis

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Sie wollen ins Rathaus: (von links) Dr. Nico Ritz und Markus Opitz.

Homberg. Freude auf der einen und Enttäuschung auf der anderen Seite, dass ist das emotionale Ergebnis der Homberger Bürgermeisterwahl. Markus Opitz (FWG) und Dr. Nico Ritz (parteilos, CDU unterstützt) gehen am 15. Juni in die Stichwahl.

Für Ritz ist das auch ganz privat ein wichtiger Termin, an diesem Tag soll sein zweites Kind zur Welt kommen. Falls das Baby früher geboren wird, werde er gegebenenfalls aus dem Wahlkampf aussteigen, so Ritz.

Wir haben uns am Tag nach der Wahl bei den Fraktionen umgehört:

Das sagt die SPD: Die Bürgermeisterwahl sei eindeutig eine Persönlichkeitswahl, so der Fraktionsvorsitzende der SPD, Stefan Gerlach. Die Parteizugehörigkeit sei zweitrangig. „Unser Kandidat hat nicht überzeugt, wir sind enttäuscht und haben die falsche Person ausgewählt.“ Dabei habe Dr. Dr. Dr. Stefan Markus Giebel viel in den Wahlkampf investiert, sei seit Oktober in jedem Stadtteil gewesen. Die SPD habe Giebel bei seinem Wahlkampf unterstützt, betont Gerlach. Gemeinsam habe man das politische Programm entwickelt. Schade sei, dass er wegen seiner drei Dr.-Titel in die Kritik geraten sei. sagt der Vorsitzende des SPD-Stadtverbandes, Martin Stöckert. „Bildung kann doch nicht schaden.“

Wahlempfehlung: Gerlach will den SPD-Mitgliedern vorschlagen, dass die SPD Nico Ritz unterstützt. Sein Wahlprogramm komme dem der SPD sehr nahe.

Das sagt die FWG: „Wir sind sehr zufrieden, dass wir es in die Stichwahl geschafft haben“, so der Vorsitzende der FWG, Christian Utpatel. Das sei ein Zeichen dafür, dass es viele Homberger gebe, die mit der CDU nicht einverstanden seien. Das Opitz-Team müsse nun herausarbeiten, dass er das Wissen habe, um etwas für Homberg zu bewegen, „und wie viel Unabhängigkeit tatsächlich im Kandidaten Ritz steckt, der von der CDU unterstützt wird.“ Für die in Homberg drei Jahre junge FWG sei es ein Erfolg, so der Fraktionsvorsitzende Achim Jäger. Nun gelte es, die rund 5000 Nichtwähler zu überzeugen. Das könne Opitz gelingen, er werde Vertrauen und Akzeptanz in die Politik zurückbringen.

Wahlempfehlung: Markus Opitz.

Das sagt die CDU: „Wir sind sehr zufrieden mit dem Wahlergebnis“, sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende Joachim Pauli. Dass Nico Ritz bei vier Gegenkandidaten ein Ergebnis von 43,8 Prozent eingefahren habe, stimme ihn sehr zuversichtlich, so Pauli. Ritz komme als Person sehr gut an. „Wir unterstützen ihn, helfen ihm mit Informationen, auch wenn er bei vielen Themen seine eigene Meinung hat und nicht auf der CDU-Linie liegt“, betont Pauli. Dessen sei sich die CDU von Beginn an bewusst gewesen. „Das akzeptieren wir, weil wir Ritz für einen ehrlichen, netten, natürlichen Menschen halten, der Homberg voran bringen kann.“ Ritz habe definitiv nicht vor, ein CDU-Bürgermeister zu werden. „Es will mit allen Parteien und Hombergern sprechen können.“ Wahlempfehlung: Dr. Nico Ritz.

Das sagt die FDP: „Mit diesem Ergebnis können wir gut leben“, sagt Manfred Ripke, Fraktionsvorsitzender der FDP. Seine Fraktion hatte keinen eigenen Kandidaten ins Rennen geschickt und vor der Wahl auch keine Wahlempfehlung für einen der fünf Kandidaten abgegeben. Das sei jetzt anders: „Wir empfehlen den Kandidaten ohne Partei“, sagt Ripke. Er habe als Anwalt für Insolvenzrecht die Berufserfahrung, um mit allen Menschen, egal aus welcher politischen Richtung, umgehen zu können. Es könne zwar schwierig werden, in Homberg alle Fraktionen unter ein Dach zu bekommen, aber ihm traue es die FDP zu, so Ripke. „Er ist unabhängig, wirkt authentisch, ehrlich.“

Wahlempfehlung: Dr. Nico Ritz.

Das sagen die Grünen: „Es haben die Kandidaten gewonnen, die realistisch als Bürgermeister für Homberg brauchbar sind“, so Grünen-Fraktionsvorsitzender Klaus Bölling. Die Menschen hätten erkannt, wer nicht nur redet und wem sie zutrauen, in der schwierigen Situation etwas für die Stadt zu erreichen. Der neue Bürgermeister müsse nicht nur 37 Stadtverordnete aus ihren Schützengräben holen, sondern die Menschen für die Politik begeistern. Die Mehrheit der Grünen favorisiere Ritz, doch könne man auch mit Opitz zusammenarbeiten. Enttäuschend sei die Wahlbeteiligung: „In anderen Ländern kämpfen Menschen dafür, wählen zu dürfen.“

Wahlempfehlung: noch keine.

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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