Windkraft: Fraktionen wollen Akteneinsicht

Empörung über fehlende Eingaben

Gilserberg. In Zusammenhang mit der Änderung des Flächennutzungsplans (Windkraft) haben Gilserbergs Gemeindevertreter Bürgermeister Rainer Barth und den Gemeindevorstand ermächtigt, juristischen Beistand einzuholen. Sowohl SPD- wie auch CDU-Fraktion rügten die Vorgehensweise des Regierungspräsidiums (RP) Kassel sowie des verantwortlichen Ingenieurbüros.

Bei der Gemeinde eingegangene Stellungnahmen von 40 Bürgern seien zwar an das Ingenieurbüro weitergeleitet worden, hätten von dort aber nicht den Weg in Haupt- und Finanzausschuss gefunden. Lediglich offizielle Stellungnahmen, unter anderem von der Bundeswehr, hätten die Ausschussmitglieder zu sehen bekommen, kritisierte Martin Dippel (SPD): „Das ist ein empörender Vorgang.“

Bürgermeister Rainer Bath wies in dem Zusammenhang noch einmal darauf hin, dass seitens der Gemeinde alle Stellungnahmen an das Ingenieurbüro weitergeben worden seien, die Gewichtung sei dann letztlich dort erfolgt. Aufgrund der Vorkommnisse sei die Zusammenarbeit mit dem Büro grundsätzlich zu überprüfen, stellte Sozialdemokrat Dippel fest.

Eine Stellungnahme der Oberen Naturschutzbehörde sorgte ebenfalls für Unmut. Quasi mit einem Federstrich wurde eine ursprünglich wegen Rotmilanen gesperrte Fläche in einem neuen Gutachten für die Windkraftnutzung freigegeben. Martin Dippel vermutete hinter allem eine politische Entscheidung, welche gegen Nordhessen ziele. „Dabei sollen die im Taunus ja auch hohe Berge haben“, kommentierte Martin Dippel ironisch.

Wolfgang Urbanek (CDU) zeigte sich sichtlich empört und forderte juristischen Beistand bei dem komplexen Thema. Nur so könne man Akteneinsicht erlangen: „Das kostet zwar Geld, aber wir sind bereit das Geld in die Hand zu nehmen. Wir leben in der Gemeinde. Wollen wir reagieren oder agieren? Ich bin für agieren.“

Eine Einstellung, mit der sich auch die Sozialdemokraten identifizieren konnten. Einstimmig wurde der Gemeindevorstand beauftragt, entsprechende Schritte einzuleiten. (zmh)

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare