Umbau begann 2009

Endlich fertig: Sanierter Burgsitz wird eingeweiht

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Im Treppenhaus: Das Treppenhaus ist Mittelpunkt des Burgsitzes in Spangenberg. Im Bild Johannes Weth, Vorsitzender der Werner-Pfetzing-Stiftung, die Eigentümerin des Gebäudes ist. Rechts im Bild eine Tür, die zum Stauraum unter der Treppe führt.

Die Werner Pfetzing-Stiftung hat den Spangenberger Burgsitz seit 2009 umgebaut - am Sonntag, 29. Januar, wird er wieder eingeweiht.

Wo früher die „Kabinettkammer des Fräulein General" und die anderen der 50 Zimmer im Burgsitz waren, werden bald wieder Menschen leben. Künftig wird der Burgsitz vom Himmelsfels genutzt - als Tagungsort und Übernachtungsmöglichkeit, auch für Pilger und Menschen, die eine Auszeit brauchen. „Es wird kein Luxushotel, sondern soll im Sinne eines Einkehrhauses genutzt werden“, kündigt Johannes Weth, Vorsitzender der Werner Pfetzing-Stiftung, an. Bis zu 30 Personen können dort übernachten, leben und auf dem Himmelsfels mitarbeiten.

In der Räucherkammer: Maria Grebe (links) aus Eubach und Maria-Cristina Iannizzotto aus Neumorschen helfen, den Burgsitz zur Eröffnung flott zu machen.

Bevor das Land Hessen 2009 das Aneignungsrecht an die Stiftung übertragen hat, war der Burgsitz herrenlos. Darunter hat auch sein baulicher Zustand sehr gelitten. Nicht jeder traute der Stiftung die Mammutaufgabe Sanierung zu. Projektleiter Weth gibt zu: „Es gab keinen Monat, wo ich mir nicht gewünscht hätte, das Projekt nicht gemacht zu haben.“

„Es wird kein Luxushotel, sondern soll im Sinne eines Einkehrhauses genutzt werden.“

Für ihn war es mehr als eine Haussanierung: „Wir haben nicht nur am Haus gebaut, sondern auch an den Menschen.“ Denn dort arbeiteten hauptsächlich Menschen, die aufgrund schwieriger Lebensbedingungen bei der Arbeit im Burgsitz lernten, wieder Struktur und Kontinuität in ihr Leben zu bringen - unter Anleitung der Werkhütte Kassel und in Kooperation mit der Arbeitsförderung Schwalm-Eder.

Seit 2014 wird das Projekt durch die Städtbauförderung Soziale Stadt unterstützt. In dieser Zeit belaufen sich die Investitionskosten Bislang auf rund 350 000 Euro, von denen 40 Prozent die Stiftung trägt. Das Hessische Amt für Denkmalpflege hat 100 000 Euro beigetragen.

Eigentlich sollte die Sanierung bereits 2012 angeschlossen sein. Aber zwei Brände und Brandschutzauflagen warfen die Arbeiten zurück. Zum Beispiel wurde die Durchfahrt zum Burgsitz um 40 Zentimeter tiefergelegt, damit das Drehleiterfahrzeug der Feuerwehr durchpasst, und eine weitere Treppe musste eingebaut werden, die einen zweiten Fluchtweg garantiert.

Im Grünen Salon: Am Eichenbalken wurde eine 1565 eingeritzt – das Jahr, in dem Margarethe von der Saale den Burgsitz kaufte. Im Bild Baukoordinator Martin Will.

Aber die Arbeit hat sich gelohnt, sagt Weth: „Das Haus soll wieder leben, denn es erzählt viele Geschichten.“ Beim Entfernen maroder Dielen wurden Stapel handgeschriebener Briefe entdeckt: unter anderem persönliche Korrerspondenz der historischen Hausbesitzer.

Die Briefe hatten einen Brand im 17. Jahrhundert überstanden. Aus ihnen geht zum Beispiel hervor, dass der Fundort als Räucherkammer genutzt wurde. Deshalb bekommt dieses Zimmer nun auch den historischen Namen Räucherkammer, genau wie die Sommerstube und die Kabinettkammer des Fräulein General.

Termin

Eingeweiht wird der Burgsitz am Sonntag, 29. Januar: ab 10.30 Uhr Gottesdienst in der Stadtkirche, ab 12 Uhr Einweihung, ab 13 Uhr Mittagessen und ab 14 Uhr Führung über den Himmelsfels.

Quelle: HNA

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