Ziel: Zehn Prozent weniger Verbrauch als 2016

Energie soll gespart werden: Bürgermeister wettet gegen Kindergarten

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Sie wetten: Michael Köhler, Bürgermeister von Bad Zwesten (links), gibt Kathrin Thomas (stehend) und den Kindern der Kita Wühlmäuse die Möglichkeit, durch Energiesparen Geld zu machen. Lars Neige, Energieberater von der EWF, unterstützt die Kita dabei.

Bad Zwesten. Eine Wette, bei der ein Sieger vorher feststeht, klingt nach Betrug. Bei der zwischen dem Bürgermeister von Bad Zwesten und der Kita Wühlmäuse ist das aber so: Die Umwelt gewinnt auf jeden Fall.

Bürgermeister Michael Köhler wettet, dass die Kita Wühlmäuse es nicht schafft, 2017 zehn Prozent weniger Energie zu verbrauchen als im Vorjahr. Knapp 4700 Euro zahlte die Gemeinde Bad Zwesten im vergangenen für Strom, Abwasser, Wasser und Heizung der kommunalen Kita.

„Wenn wir gewinnen, bekommen wir die Hälfte der ersparten Summe gespendet“, erklärt Kita-Leiterin Kathrin Thomas. „Wenn nicht, dann werden wir eine Müllsammelaktion veranstalten.“

Die Einschätzung

Die Energiewette passe laut Bürgermeister Köhler perfekt zur Kita Wühlmäuse. Die Kinder befassten sich schon jetzt im Rahmen des Projekts „Haus der kleinen Forscher“ wissbegierig mit Natur und Ingenieurwesen. Köhler ist trotzdem davon überzeugt, dass er am Ende Recht behält. „Ich gewinne sehr gern. Aber bei dieser Wette gewinnt die Umwelt so oder so“, sagt er und lacht.

Als Kathrin Thomas das Angebot bekommen hat, habe sie sofort gedacht: „Die Wette hat der Bürgermeister schon verloren.“ Nachdem sie mit ihrem Energieberater von der Energie Waldeck-Frankenberg (EWF) gesprochen hat, sei sie sich nun nicht mehr so sicher.

„Das wird eine harte Nuss“, schätzt nämlich Energieberater Lars Neige. Gerade beim Strombedarf sei nicht mehr viel einzusparen. Durch LED-Lampen sei der Verbrauch jetzt schon gering. „Sparen könnte man vielleicht beim Trockner, der ist schon 15 Jahre alt“, sagt der Energieberater.

Der Start

Als ersten Schritt muss Kathrin Thomas nun mit einem Stromzähler messen, wie viel Strom die einzelnen Geräte verbrauchen. Die Daten erfasst sie und schickt sie an Lars Neige von der EWF.

„Ich gucke dann, wie stark der Verbrauch von den Standardwerten abweicht. Dadurch zeigt sich, wo noch gespart werden kann“, sagt Neige. Er kümmere sich außerdem darum, die Heizung zu optimieren.

„Die meiste Arbeit kommt danach aber auf die Kinder und Erzieherinnen zu“, sagt der Energieberater. Sie müssten beispielsweise verinnerlichen, das Licht nicht unnötig anzuschalten, den Wasserhahn nach dem Händewaschen nicht laufen zu lassen und richtig zu lüften.

Die Perspektive

Nicht nur die Kinder und Erzieherinnen sollen lernen, energiebewusst zu leben - auch die Gemeinde Bad Zwesten könne laut Bürgermeister Köhler aus der Wette lernen, wo in anderen Gebäuden Energie gespart werden kann.

Quelle: HNA

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