Dr. Fabio Longo hat Erfahrung in Kommunalpolitik und möchte die Region entwickeln

Die Energie treibt ihn an

Geht ins Rennen um das Amt des Bürgermeisters: Dr. Fabio Longo, hier auf der Terrasse eines Wohnhauses am Schwalmberg mit Blick auf Ziegenhain und Treysa. Foto: Lache-Elsen

Schwalmstadt. Dr. Fabio Longo erzählt von seinen Radtouren in Nordhessen ebenso beschwingt wie von seinen Ideen für zukunftsfähige Kommunen. Begeisterungsfähigkeit und Kenntnis sprechen daraus. Der 36-Jährige bringt Erfahrung in, aus und für Kommunalpolitik mit. Als Kind eines italienischen Gastarbeiters kann er trotz seiner jungen Jahre eine ehrgeizige Laufbahn und Erfolge in Politik und Beruf vorweisen.

„Im Jahr 1992 bin ich bewegt vom Tod Willy Brandts in die SPD eingetreten“, heißt es in Longos Biografie. Gut acht Jahre war er Stadtverordneter in Vellmar, hat die Juso-Gruppe dort gegründet und wurde in die Schiedskommission der nordhessischen SPD berufen. Er promovierte über die kommunale Selbstverwaltung der Städte und Gemeinden mit einem Buch mit dem Titel „Neue örtliche Energieversorgung als kommunale Aufgabe“. In Vellmar war er auch Sprecher des Agenda 21-Arbeitskreises für die Solarsiedlung Osterberg. Für dieses Projekt bekam die Stadt Vellmar den Deutschen Solarpreis 2004.

Energie ist für ihn auch ein Thema für Schwalmstadt. Die Ausgaben im Schwalmstädter Haushalt zu senken, indem Steuern erhöht und Ausgaben für Vereine oder Familien reduziert werden, das würde er als Bürgermeister nicht wollen. Vielmehr „müssen wir die Chance ergreifen, durch wirtschaftliche Betätigung Einnahmen zu bekommen“, sagt Longo.

A 49 und Wieragrund

Ein Schlüssel dazu seien Energiegenossenschaften, die Strom aus erneuerbare Energien erzeugen. Sparkassen und Raiffeisenbanken kämen als Finanzierer ins Spiel, Handwerker in der Region würden profitieren.

Longo setzt auf Lebensqualität. Die Altstadt dürfe kein Museum werden, „wir brauchen lebendige Stadtteile“. Deshalb befürwortet er, nicht erhaltenswerte alte Gebäude abzubrechen und für Fachwerkhäuser den Anbau von Balkonen zu ermöglichen.

Die A 49 hält er für wichtig. „Nur durch diese Verkehrsanbindung können wir weitere Industrie- und Gewerbebetriebe in die Region holen.“ Das sei wichtig für die Arbeitsplätze. „Ziel ist es, Schwalmstadt als starkes Mittelzentrum zwischen Kassel und Marburg zu etablieren.“

„Ich fühle mich schon als Schwalmstädter“, betont Longo, der von der Bahnanbindung mit dem IC-Haltepunkt Treysa und der Altstadt schwärmt. Und der Wieragrund ist für ihn der „ideale Standort für ein Einkaufszentrum“. Er versuche intensiv, mit möglichst vielen Schwalmstädtern Kontakt aufzunehmen, ihre Meinung aufzunehmen und sich vorzustellen.

Vater stammt aus Abruzzen

Longos Vater kam vor 40 Jahren aus einem italienischen Bergdorf in den Abruzzen als Gastarbeiter zu Thyssen Henschel nach Kassel. Longo ist in Italien übrigens ein so geläufiger Name wie hier Müller oder Meier, erzählt er. Überwiegend aufgewachsen ist Fabio Longo in und mit seiner Mutters Sprache – sie stammt aus Hofgeismar. www.fabio-longo.de

Von Alexandra Lache-Elsen

Quelle: HNA

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