Nahwärme Wasenberg: Neue Genossenschaft stellte 170 Interessierten das Konzept vor

Energieprojekt geht in die nächste Runde

Wasenberg. Nach einer Vorbereitungszeit von zehn Monaten stellte die Genossenschaft Energie Wasenberg nun ihr Konzept vor. Zur Informationsrunde kamen mehr als 170 Interessierte in das Haus der Generationen nach Wasenberg.

Zusammenarbeiten wird die neue Genossenschaft mit der EAM und der Schwälmer Biogasanlage. Noch in diesem Jahr nimmt die EAM in Kirchhain-Stausebach eine neue Biogasanlage in Betrieb. Gartenabfälle und die Inhalte der Bioabfalltonnen des Landkreises Marburg-Biedenkopf werden zu Biomethan verarbeitet. Mit diesem Biomethan werden in der Heizzentrale der Energie Wasenberg zwei Blockheizkraftwerke mit einer Leistung von jeweils 585 Kilowatt zur Stromerzeugung angetrieben. Dieser Strom soll nach dem neuen Erneuerbare-Energien-Gesetz flexibel, wenn er benötigt wird, in das Stromnetz eingespeist werden.

Die dabei anfallende Wärme wird in drei Pufferspeichern gespeichert und je nach Bedarf dem Wärmenetz der Genossenschaft zugeführt. Zusätzlich soll ein Blockheizkraftwerk eingesetzt werden, um die Eigenstromversorgung zu sichern. Für den Notfall, und um Versorgungsspitzen abzufedern, wird noch ein Heizkessel installiert. Damit ist eine mehrfache Versorgungssicherheit gewährleistet.

Die Schwälmer Biogasanlage liefert bisher noch nicht verwertete Wärme vorrangig in die Speicher der Heizzentrale. Die Energie für die Wasenberger Wärmeabnehmer wird damit aus Resten und Abfallstoffen erzeugt, eine absolut umweltfreundliche und nachhaltige Angelegenheit, die es in dieser Art bis heute in Deutschland noch nicht gibt.

Pilotprojekt

Alle Beteiligte sind sich einig, dass es sich hier um ein Pilotprojekt handelt, welches in dieser Form auch für andere Kommunen interessant ist. Nicht nur Strom- und Gasnetze, auch die Energieerzeugung muss für die Zukunft dezentralisiert werden, heißt es.

Anhand von zwei Berechnungsbeispielen, basierend auf einer unterschiedlichen Anzahl von angeschlossenen Wärmeabnehmern wurde der Trend gezeigt, dass sich die Kosten mit jedem, der sich an das Netz anschließt, reduzieren.

Je höher der Wärmeabsatz, desto niedriger der Wärmepreis. Sobald sich genügend Wärmeabnehmer angemeldet haben kann das Vorhaben umgesetzt werden.

Unterstützung bieten die beiden ortsansässigen Banken mit einem äußert attraktiven Finanzierungsangebot.

Die Umsetzung des Bauvorhabens und der spätere Service erfolgt bevorzugt mit ortsansässigen Firmen. (syg)

Quelle: HNA

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