Wohltätigkeitskonzert des Heeresmusikkorps 2 in der Stadthalle in Fritzlar

Ensemble voller Klangkraft

Rasanten „Wilhelm Tell Galopp“: Oberfeldwebel Jan Schröter am Holz-Xylophon.

Fritzlar. Der Auftritt des Heeresmusikkorps 2 (HMK 2) ist ein Höhepunkt im Kulturkalender der Stadt Fritzlar. Beim Konzert am Donnerstag in der Stadthalle spielte das Heeresmusikkorps zugunsten des Hospizdienstes Fritzlar und des Vereins zur Förderung der Palliativmedizin. Über 650 Zuhörer erfreuten sich an dem Spiel der Musiksoldaten aus Kassel.

Standesgemäß schmissig und mit dem Hinweis, dass der Titel des Marschs „In Treue fest“ auch symbolisch für die Verbundenheit des HMK 2 mit Fritzlar stehe, eröffnete das Musikkorps unter Leitung von Oberstleutnant Reinhard Kiauka, den Abend. Der Marsch stammt von dem deutschen Militärmusiker und Komponisten Carl Teike (1864 bis 1922).

Ganz im Zeichen der Romantik steht Carl Heinrich Hüblers „Konzert für vier Waldhörner und Orchester“ aus den Jahren 1854/55. Als Quartett traten Peter Closs, Julia Kleinhenz, Andreas Fischer und Micha Klappert auf. Mit der Kraft ihrer Lippen verliehen sie ihren Instrumenten wunderschöne Klangfarben.

Feierlich und würdevoll erklang „Des Großen Kurfürsten Reitermarsch“. Eindrucksvoll ertönte die Solotrompete im Zwischenspiel. Eine schnelle Passage aus der Ouvertüre zu Gioacchino Rossinis Oper Wilhelm Tell ist der „Wilhelm Tell Galopp“. Das temporeiche Stück scheint speziell für Oberfeldwebel Jan Schröter komponiert worden zu sein. Meisterlich beherrschte er mit den Schlägeln das Xylophon und bewältigte die rasanten Läufe gerade so, als sei das die einfachste Sache der Welt.

Ein faszinierendes, klanggewaltiges Erlebnis rollte mit der „Ouvertüre Solennelle 1812“, op. 49 über das Publikum hinweg. In dem Klanggemälde malte das Orchester stimmungsvolle und dramatische Momente. Peter I. Tschaikowsky komponierte das Werk für die Eröffnung der Moskauer Kunst- und Industrieausstellung im Jahr 1882.

Im zweiten Konzertteil wandten sich die Musiker dann mehr der Popmusik zu. Im „Harry Belafonte Medley“ kreierten sie Calypso-Klänge und heiße Rhythmen, die in die Beine gingen. Diabolisch schnelle Synkopen spielte Lisa Hitzing virtuos aber auch mit geschmeidiger Tongebung auf dem Alt-Saxophon in Jean Matitias „The Devil´s Rag“. Am Ende schlug Begeisterung den Musikern entgegen. Orchestrale Klangkraft und filigrane Musik bleiben in Erinnerung.

Von Michael Auerbach

Quelle: HNA

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