Kunkel (51) ist aktiv und freut sich auf Aufgaben

Neue Pfarrerin macht Entdeckungsreise im Knüll

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Willkommen im Pfarrhaus in Schwarzenborn: Christiane Kunkel ist die neue Pfarrerin für Schwarzenborn, Grebenhagen, Hauptschwenda und Christerode.

Schwarzenborn. Gerade mal eine Woche lebt Christiane Kunkel in Schwarzenborn. Noch stapeln sich Umzugskartons im Pfarrhaus, die Kabel für den Computer sind auch noch nicht aufgetaucht, die Fensterbänke im Wohnzimmer allerdings borden über vor Willkommensgeschenken.

Ein Stück weit angekommen im Knüll ist sie also bereits. Seit 1. Juli ist die 51-Jährige die Pfarrerin für Schwarzenborn, Grebenhagen, Hauptschwenda und Christerode.

„Ich bin ledig, frei, und die Kinder sind quasi aus dem Haus“, freut sie sich auf einen Neubeginn im Kirchspiel im Knüll. Und dass Schwarzenborn ihr Wunschort ist, wurde ihr im Einführungsgottesdienst am vergangenen Sonntag bescheinigt: Sie sei die erste Pfarrerin, die freiwillig nach Schwarzenborn kommt, hieß es beim feierlichen Willkommen. Damit stehen die Zeichen günstig für einen guten Start in ihrer neuen Kirchengemeinde. Vor der etwas abgeschiedenen Lage im Knüll hat sie keine Angst. Sie sei Landpfarrerin aus Überzeugung, möchte dicht bei den Menschen sein und freut sich in dieser Funktion zurück in den Schwalm-Eder-Kreis zu kommen, wo sie bereits in Borken als Pfarrerin tätig war. An viele Bekanntschaften und Freundschaften könne sie hier anknüpfen, sagt sie.

Wandern, Fahrrad fahren und Neues entdecken, zählt sie einige ihrer Hobbys auf. Und tatsächlich - selbst in den wenigen Tagen in der neuen Umgebung war die neue Pfarrerin schon auf Entdeckungsreise, hat einen runden Geburtstag mit den Posaunenbläsern gefeiert und die kleine schwarz-rot-goldene Spielzeugtrommel beim WM-Gucken mit Freunden zum Einsatz gebracht.

„Sie kennen das Leben“, sei ihr oft bescheinigt worden, wenn sie auf ihre Ehe angesprochen wurde, die vor vielen Jahren im Einvernehmen geschieden wurde. Nicht ganz alltäglich sei dieser Status für eine Pfarrerin schon, räumt sie ein. Auf der einen Seite solle man Vorbild sein, auf der anderen Seite müssen Pfarrer aber wie alle anderen Menschen auch Probleme bewältigen.

Die beiden großzügigen Etagen im Pfarrhaus in Schwarzenborn wird sie im Wesentlichen alleine bewohnen. Ihre Kinder, die bei beiden Elternteilen aufgewachsen sind, haben das Studium abgeschlossen, beziehungsweise soeben begonnen: Die 26-jährige Tochter startet gerade in ihr Referendariat, der 20-jährige Sohn sein Jura-Studium.

Die nächste Monate werden erst einmal dem Kennenlernen dienen, ist sie sich sicher. „Hören und gucken“, gibt sie dazu als Motto aus. Positiv registriert hat sie bereits, dass im Kirchspiel nicht alles „Pfarrer zentriert“ ist, viele Ehrenamtliche das Gemeindeleben mit gestalten.

Neu ist für sie, an der Grundschule in Schwarzenborn zu unterrichten und im evangelischen Kindergarten tätig zu sein. Die Pfarrerin hofft auf diese Weise Zugang zu jungen Familien zu finden. Nach ihren Vorstellungen sollen künftig Familiengottesdienste die Gotteshäuser in ihren Kirchengemeinden beleben. „Ich erwarte nicht, dass alle jeden Sonntag in der Kirche sind. Sich regelmäßig zu sehen, wäre aber nicht schlecht.“

Von Sylke Grede

Quelle: HNA

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