Feuerwehrleute aus dem Kreisteil übten in Borken für Einsätze im Feuer

Entscheidung in der Hitze

Übung unter realistischen Bedingungen: In einem leer stehenden Gewölbekeller in Borken trainierten die zukünftigen Feuerwehr-Truppführer den Einsatz in einem brennenden Haus. Foto: Zerhau

Borken. Richtig heiß wurde es 24 Feuerwehrleuten am Wochenende in Borken. Die Brandschützer aus dem Kreisteil Fritzlar-Homberg absolvieren dort ihren Lehrgang zum Truppführer.

Ein Trupp besteht aus drei Personen. „Man ist nicht mehr nur für sich selbst verantwortlich“, erläuterte Borkens Wehrführer Axel Beier die Verantwortung eines Truppführers.

In Borken diente der Gewölbekeller eines ehemaligen Wohnhauses, das jetzt der Stadt gehört als Schauplatz der Heißausbildung, wie es im Feuerwehrdeutsch heißt. Und der Name ist Programm. Durch eine Gasflamme wurde der Brand simuliert.

In dem Gewölbekeller sei das gefahrlos möglich, erklärte Beier, da sich dort keine brennbaren Gegenstände wie etwa Tapeten befinden. Zudem sei die steinerne Decke sehr dick.

Den Umgang mit dem Feuer, das Absuchen und das Löschen im brennenden Keller wurden in Borken trainiert. Einer von sechs Kreisausbildern stand jeweils dem zukünftigen Truppführer zur Seite, gab Tipps und griff ein, wenn etwas nicht klappte.

Ein Trupp ging mit Kreisausbilder Erik John aus Besse hinunter in den Flammenkeller. Mit kurzen und gezielten Stößen aus dem Hohlstrahlroh wurde der Löschangriff vorgenommen.

Bis zu 200 Grad heiß

Wie heiß es wurde, stellte auch der HNA-Fotograf fest, der sich mit seiner Kamera in die hinterste Ecke verzog, um von dort seine Bilder zu machen.

Je mehr Wasser die Feuerwehrleute einsetzten, desto höher stieg die Temperatur. Bis zu 200 Grad heiß ist es am Feuer, sagte Beier. Etwas weiter weg herrschen mit um die 100 Grad Celsius fast noch angenehme Saunatemperaturen. Wer die Schutzbekleidung nicht korrekt angelegt hatte, merkte das sehr schnell.

Wer den Gang in die Flammen in Borken wagte, war kein Anfänger. Alle hätten bereits eine feuerwehrtechnische Ausbildung und Übungen unter Atemschutz absolviert, so Beier. Auch im Fire Dragon, dem Feuer-Übungstruck, waren sie schon. „Man sieht, wer schon häufiger bei einem Brandeinsatz dabei war“, sagte Beier.

Bei der Übung in Borken sei es vor allem darum gegangen, Entscheidungen für den Trupp zu treffen. Die Feuerwehrleute aus Niedenstein, Knüllwald, Gudensberg, Jesberg, Homberg, Geismar und Borken sollten lernen, die Verantwortung in einem Einsatz zu tragen.

Neben dem Löschangriff im Gewölbekeller mussten die Trupps im vernebelten Obergeschoss eine Personensuche leiten und zum Abschluss noch eine Menschenrettung mit Löschangriff absolvieren.

Am Anfang seien noch einige Fehler passiert, sagte Beier, doch diese hätten bis zum Ende des Ausbildungstages abgestellt werden können. Am kommenden Wochenende geht der Truppführer-Lehrgang zu Ende.

Dann steht für die 24 Feuerwehrleute eine praktische und eine theoretische Prüfung an, bevor sie sich offiziell Truppführer nennen dürfen.

Von Olaf Dellit und Peter Zerhau

Quelle: HNA

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