Dirk Wolkonski und Edmund Möbius beklagen die mangelhafte Hausärzte-Situation

Enttäuschte Patienten

Sie fühlen sich alleine gelassen: Edmund Möbius (links) und Dirk Wolkonski wundern sich, dass sie nicht darüber informiert wurden, ob und wann Dr. Bußmann wieder behandelt. Foto: Dietzel

Naumburg. Sie sind beide chronisch krank und brauchen regelmäßig Medikamente. Edmund Möbius und Dirk Wolkonski aus Naumburg. Jahrelang hat sie ihr Hausarzt Dr. Hubert Bußmann versorgt, jetzt ist dessen Praxis wegen Krankheit seit Wochen geschlossen. Wann er wieder für seine Patienten da sein wird und ob überhaupt, ist unklar. „Die Praxis ist voraussichtlich bis Ende März geschlossen“, teilte Bußmanns Ehefrau Ursula von Uslar-Gleichen auf HNA-Anfrage mit.

Immer zufrieden gewesen

Edmund Möbius ist seit 1986 Patient bei Dr. Bußmann. „Ich bin immer sehr zufrieden gewesen“, sagt er. Der 50-Jährige hat eine Darmkrankheit und ärgert sich darüber, dass sein Arzt vor Ort zurzeit nicht behandele und es keine offizielle Vertretung gebe. „Man wird nur vertröstet.“ Deshalb habe er sich jetzt in Bad Emstal einen neuen Hausarzt gesucht. Das sei kein Problem, denn er habe ein Auto.

Probleme mit Medikamenten

Ebenso wie sein Kollege Dirk Wolkonski. Beide sind Einrichter bei VW in Baunatal und daher berufsbedingt mobil. „Aber was ist mit denen, die kein Auto haben?“, fragen sie sich.

Wolkonski hatte im Dezember eine starke Erkältung, erinnert er sich. Die Krankmeldung durch einen anderen Arzt sei kein Problem gewesen, schwierig wurde es mit dem Verschreiben von Medikamenten, berichtet er. Hausärzte hätten zum Teil vor dem Ende eines Quartals ihr Budget für Arznei schon verbraucht.

Dirk Wolkonski ist 38 und leidet unter Bluthochdruck. „Es wäre doch schön, wenn wir wieder eine Anlaufstelle hätten“, sagt er. „Meine Freundin und einige Nachbarn fühlen sich bei der medizinischen Versorgung nun auch alleine gelassen.“

Zwar gebe es in Naumburg und der Umgebung andere Hausärzte. „Die sind von der Mehrbelastung aber nicht begeistert“, sagt Dirk Wolkonski.

„Dr. Bußmann war ein sehr guter Arzt“, bestätigt der 38-Jährige. Umso mehr enttäusche ihn, dass es bislang keine konkrete Auskunft gegeben habe, wie es mit der Praxis weitergehe.

Von Stefanie Dietzel

Quelle: HNA

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