Entwicklungshilfe: Ohne Spenden läuft nichts

Berlin/Fritzlar. Spenden sind für die Entwicklungspolitik unverzichtbar. So lautete das Fazit von Hans-Jürgen Beerfeltz beim Jugendpressetag in Berlin. Beerfeltz ist Staatssekretär des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklungspolitik (BMZ).

Beate Tohmé vom Kinderhilfswerk Global Care in Fritzlar bestätigt diese Einschätzung. Es sei stets ein großer Aufwand, die Menschen zu Spenden zu bewegen. Die Projekte von Global Care werden vom BMZ zu 75 Prozent unterstützt. „Die restlichen 25 Prozent werden durch Spenden aufgefüllt“, sagt Tohmé.

„Medien spielen dabei eine große Rolle“, betont sie. Je mehr über Katastrophen wie Überschwemmungen oder Erdbeben berichtet wird, desto mehr werde auch gespendet.

Durch Spenden, persönliches Engagement und dadurch, Produkte aus fairem Handel zu kaufen, können die Menschen aktiv werden. „Ich kaufe auch privat Fair-Trade-Produkte“, erzählt Beerfeltz. Natürlich habe der Staat auch eine Verantwortung: „Trotz Finanzkrise und Sparpaket haben wir mit sechs Milliarden Euro für das Jahr 2010 einen Rekord-Etat im Entwicklungsministerium erreicht.“

Alle EU-Mitgliedstaaten haben sich bis zum Jahr 2015 dazu verpflichtet, 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens (früher Bruttosozialprodukt) für Entwicklungsarbeit zu investieren. Doch davon ist Deutschland noch weit entfernt.

Schuld ist die Finanzkrise

Das liegt laut Beerfeltz an der Finanzkrise und der fehlenden finanziellen Unterstützung durch die Bevölkerung. Dieser läge zu wenig daran, Entwicklungspolitik voran zu treiben. „Die Menschen haben oft Vorurteile, zum Beispiel dass das Geld durch Korruption in den armen Ländern nicht dort landet, wo es hin soll“, sagt er.

Beim Kinderhilfswerk Global Care tut man viel, damit diese Vorurteile nicht Realität werden. Verzögerungen bei der Überweisung kamen vor, sagt Beate Tohmé. „Aber in den zehn Jahren, die ich hier arbeite, ist noch nie Geld verschwunden.“

Für ein Wasserprojekt in Uganda, wo das Kinderhilfswerk 54 neue Brunnen baut, werde das Geld zum Beispiel über internationale Banken direkt an die Partner vor Ort überwiesen.

Global Care leistet seit dem Jahr 1975 Entwicklungsarbeit durch Katastrophenhilfe, Kinder-Patenschaften und Projekte wie den Bau von Brunnen, Schulen, Ausbildungszentren und Krankenstationen. Fotos: Archiv/dpa Spendenkonto Global-Care: VR-Bank Schwalm-Eder Bankleitzahl: 520 626 01 Kontonummer: 21 21 21 • Internet: www.kinderhilfswerk.de

Quelle: HNA

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