Ausschuss beschloss, unabhängige Berater einzuschalten

Eon-Kauf: Kreis will erst Risiken bewerten lassen

Schwalm-Eder. Die Übernahme von Eon-Anteilen stößt im Landkreis auf großes Interesse, die Bedingungen sollen aber sehr kritisch geprüft werden, Kreis und Kommunen sind teils hoch verschuldet.

In einer Sondersitzung beschloss der Haupt- und Finanzausschuss gestern, einen Transaktionsberater (unter anderem für rechtliche Fragen) und einen unabhängigen Unternehmensberater zu beauftragen, die dem Kreistag Entscheidungshilfen liefern sollen. Bei Enthaltung der FDP wurde dies so beschlossen. Mindestens ein Jahr Vorlauf sei nötig, sagte Landrat Frank-Martin Neupärtl.

In einem Vertrag sei aber geregelt, dass die Kommunen als Konzessionsträger die erste Option für einen Kauf der Eon-Anteile hätten. Anteile an dem Unternehmen halten 13 Landkreise und Göttingen.

Bei einer Übernahme werde auf jeden Fall ein starker Partner notwendig sein. Die Thüag (Versorger-Netzwerk) habe bereits Interesse bekundet, berichtete Neupärtl. Zu Preisvorstellungen der Eon äußerte er sich nicht. Dazu müsse erst eine Wertermittlung vorgenommen werden. Klar sei, dass die Eon alle Anteile (73,3 Prozent) verkaufen wolle.

Einig waren sich die Fraktionen, das sehr kritisch geprüft werden müsse, wie es um die Ertragssituation des Unternehmens steht und welche Investitionen (vor allem in den Ausbau der Netze) in den nächsten Jahren erforderlich sind. Darauf wies die CDU hin. Über einen Zweckverband könnten sich die Kommunen beteiligen. Die Dividenden könnten zur Refinanzierung genutzt werden (SPD).

Wenn es zu einer Übernahme komme, sollten die Kommunen die Mehrheit halten und nicht nur wie bisher gesetzlich geregelt 49 Prozent (FWG). Die Grünen sehen große Chancen, man dürfe sich aber nicht über den Tisch ziehen lassen. Die FDP ist in Sachen Rekommunalisierung grundsätzlich skeptisch.

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Quelle: HNA

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