Erben spendeten Werk von Carl Bantzer ans Malerstübchen

Erbstück: Der Vorsitzende der Vereinigung Malerstübchen Helmut Geißel mit dem gespendeten Bantzer-Bild. Foto: Rose

Willingshausen. Maler Carl Bantzer gründete einst das Malerstübchen in Willingshausen. Der gleichnamige Verein bewahrt bis heute das Andenken des großen Künstlers, der in der Malerkolonie gern gesehener Gast war.

Willingshäuser und vor allem Schwälmer standen ihm immer wieder Modell.

Auch Hanjost Thiel und Schuster Friedrich taten das. Und zwar im Kirchenrock. 1931 entstand ein Werk, das lange als verschollen galt: Jetzt ist es dorthin zurück gekehrt, wo es entstand - die Erben Stein haben das Bild dem Verein Malerstübchen gespendet.

„Selbst Enkel Andreas Bantzer wusste nicht, wo das Bild abgeblieben war“, erklärt der Vorsitzende der Vereinigung Malerstübchen Helmut Geißel. Auch Geißel selbst sagt: „Es war ein Zufall, eine glückliche Fügung, das wir jetzt wissen, wie das Bild überhaupt in den späteren Besitz kam.“ Bantzers Werk war 1932 auf einer Kunstausstellung des Kasseler Kunstvereins zu sehen.

„Das geht aus Briefen, aus Zeitungsberichten und einem Aufsatz hervor - alle Dokumente wurden dem Verein ebenfalls geschenkt“, sagt der Vorsitzende. Ein Herr von Stein habe das Bild seinerzeit erworben, seitdem war es im Privatbesitz. „Es gibt sogar einen Beleg über die Ratenzahlung“, erläutert Geißel.

Die Vereinigung Malerstübchen sei froh und glücklich über die Sachspende: „Das Bild ist mindestens 10.000 Euro wert, bei einer Auktion würde es das Doppelte einbringen“, schätzt der Alsfelder Kunstkenner. Kenntnis über die Entstehung des Bildes habe Andreas Bantzer dank einer Fotografie gehabt. Auch habe Bantzer gegenüber Wolfgang Zeller geäußert, dass er die Schwälmer im Kirchenrock malen wolle.

„Sicher standen die beiden Männer auch anderen Malern Modell“, schätzt Geißel. Das Bild sei vor zehn Jahren gereinigt worden und in sehr gutem Zustand. Gezeigt werde es wohl zunächst im Malerstübchen.

„Für ein solches Juwel müssen wir neu hängen - aber das tun wir gern“, sagt Helmut Geißel.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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