Erdgastrasse Midal an der B251 bei Ehlen erhält eine neue Hülle

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Funkenflug am Mantelrohr: Bernd Kampen durchtrennt mit einem Fugenhobel die Stahlhülle, in der ein zweites Rohr, die eigentliche Gasleitung, verläuft. Ist die Ummantelung beseitigt, wird die beschädigte Kunststoffisolierung erneuert. Die Arbeiten an der B 251 bei Ehlen dauern gut sechs Wochen.

Ehlen. Arbeiten an der Mitte-Deutschland-Anbindungs-Leitung (Midal), einer 679 Kilometer langen Gasleitung von Bunde im Norden Niedersachsens nach Ludwigshafen, sind der Grund für die derzeitigen Verkehrsbehinderungen auf der B251 bei Ehlen.

Bei Routinekontrollen hatten Mitarbeiter des Kasseler Unternehmens Gascade einen Spannungsabfall an der mit einem Schutzstrom gesicherten Isolierung der Gas-Pipeline festgestellt und reagiert.

Der veränderte Stromfluss deute auf einen Isolierungsfehler hin, sagt Gerald Wenig vom Pipeline-Service der Gascade. Das sei zunächst nicht dramatisch. Allerdings könne sich der Schaden ohne Intervention zu einem Problem auswachsen. Denn durch die Löcher in der Isolierung könne es zu Korrosionen am inneren Stahlrohr kommen, in dem das Erdgas transportiert wird. Um das auszuschließen, wird aufwendig saniert. Dafür wird zunächst das Mantelrohr, das einen Durchmesser von 1,20 Meter hat, aufgeschnitten und sektorweise entfernt. Insgesamt muss die Schutzhülle der Gas-Leitung auf einer Länge von 33 Metern erneuert werden. Zwischen 150 000 und 200.000 Euro kosten die Arbeiten, für die Gascade die Firma Bohlen Doyen aus Wiesmoor beauftragt hat.

Ist das äußere Rohr gelöst, wird eine neue Schutzschicht aus Polyethylen in Bahnen aufgetragen. Und schließlich wird die Isolierung getestet. Auf das Mantelrohr allerdings könne dann verzichtet werden, sagt Marco Breiding, der bei Gascade zuständig ist für die öffentlich-rechtlichen Genehmigungen. Vor 20 Jahren habe man bei Unterführungen von Straßen auf eine Technik zurückgegriffen, bei der ein Rohr unter dem Baukörper durchgeschoben wurde, um in ihm die eigentliche Gasleitung einzubetten.

26 Baustellen

Die Kontrollmessungen finden alle paar Jahre statt. Sie werden an den gelben Messpfählen vorgenommen, die überall dort installiert sind, wo Straßen die Gasleitung kreuzen. Auf der gesamten Strecke der Midal seien 26 Stellen lokalisiert worden, an denen es einen Spannungsabfall in der Schutzschicht gegeben hat, sagt Breiding. Der Abschnitt bei Ehlen ist die 20. Baustelle, für die Gascade die Wartungsarbeiten vergeben hat.

Breiding geht davon aus, dass in einer guten Woche die Arbeiten auf die andere Straßenseite wechseln. Dann wird dort die Fahrbahn aufgerissen und ein vier Meter tiefes Loch gegraben, um die Isolierung an der Gasleitung zu erneuern.

Quelle: HNA

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