Die Hamburg Blues Band und Sänger Arthur Brown gastierten im Sägewerk

Erdige, rockige Rhythmen

Neukirchen. Seit fast 30 Jahren touren die Musiker der Hamburg Blues Band mit ihrem Gründer, Sänger und Rhythmusgitarrist Gert Lange, durch die Republik. Dabei hat die Band nur eine Mission: Ihren Fans mit reinstem und feinstem handgemachten Blues so richtig einzuheizen. Den norddeutschen Bluesakrobaten gelingt das seit fast drei Jahrzehnten mit scheinbarer Leichtigkeit: Am Samstagabend gastierte die Combo im Neukirchener Sägewerk.

Nicht zum ersten Mal war es dem Team um Gert und Bastian Knoren gelungen, die Hamburger Musiker auf die Bühne zu holen: Schon 2009 traten die Jungs mit dem Rhythm- und Bluessänger Chris Farlowe im Knüll auf. In diesem Jahr begleitete sie „The God of Hellfire“ Arthur Brown.

Mit seichten Rhythmen gaben sich die Hamburger Musiker nicht zufrieden: Ihr Markenzeichen ist der harte Blues. Die erdige Stimme von Gert Lange korrespondierte brilliant mit den Gitarrenriffs von Clem Clempson.

Nach dem Ausstieg von Leadgitarrist Alex Conti fanden die Jungs in dem Colloseum-Gitarrist einen mehr als würdigen Nachfolger.

Mit Hut und Hammond

Rhythmische Farbe ins eher rockig angelegte Spiel brachte auch Lake-Keyboarder Adrian Askew. Als hätte er sich eben erst den Staub der Straße von den Schuhen gewischt, brillierte Askew mit Hut und Hammond B3.

Der Mann für die Tasten spielte schon mit zarten 14 Jahren in diversen Bands, später unter anderem bei Joe Cocker. Askew war außerdem Studiomusiker bei Achim Reichel, Truck Stop und gleichzeitig Produzent bei den letzten beiden Platten von Karat.

Drummer bei Westernhagen

Auch Bassist Michael „Bexi“ Becker, der vorher ebenfalls mit Lake auf der Bühne stand, sorgte bei den Gästen im Sägewerk ein ums andere Mal für wohlige Gänsehaut. Erlebt haben sollte man auch Drummer Hans Wallbaum, der unter anderem mit Chuck Berry und Marius Müller-Westernhagen auftrat.

Schon mit 15 gründete Wallbaum seine erste eigene Band. Doch seine Karriere als Gitarrist fand ein rasches Ende, als er seinem Drummer immer wieder zeigen musste, was er am Schlagzeug spielen sollte – und sich Wallbaum kurzerhand selber hinter die Schießbude setzte. Mehr als eine Stunde waren die Fünf die wahren Helden des Blues. Vom Publikum gab es für die clever arrangierten Titel und die unschlagbare Combo immer wieder spontanen Applaus.

Für einen weiteren Höhepunkt sorgte zu später Stunde Arthur Brown, der Ende der 1960er-Jahre durch exzentrische Vorführungen auf sich aufmerksam machte. Seine Single „Fire“ wurde weltweit ein Hit. Brown überzeugte jedoch weniger mit Exzentrik denn mit seiner Stimme, die mehrere Oktaven umfasst. Dieser Konzert-Leckerbissen wird den Gästen sicher noch lange im Gedächtnis bleiben – denn dieser Blues ging nicht nur in die Beine, sondern mitten ins Herz.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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