Einmal pro Woche arbeiten die Schüler der Schule am Dom in öffentlichen Betrieben

Erfahrung im normalen Job

Abwechslungsreich: Beim Praktikum haben Stefan Brüne, Sherivan Dag und Matthias Bourdon immer viel zu tun. Foto: Sonnabend

Fritzlar. „Unsere Schüler sind gute, motivierte und fleißige Arbeiter“, sagt Hans-Konrad Lorch, der an der Schule am Dom in Fritzlar unterrichtet.

Die Schule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung bietet ihren Schülern jetzt die Möglichkeit, einmal pro Woche bei einem Praktikum unter Beweis zu stellen, wie fleißig sie sind.

„Das macht immer richtig Spaß“, sagt Matthias Bourdon. Der 19-Jährige geht jeden Dienstag mit seinem Mitschüler Stefan Brüne zur Ursulinenschule in Fritzlar. Dort helfen beide in der Hausmeisterei. Sie kehren den Hof, schaufeln Schnee weg, bauen Schränke auf und halten den Spielplatz in Schuss.

Sherivan Dag hat im vergangenen Schuljahr ein Praktikum an der Ursulinenschule gemacht: In der Mensa. Essen zubereiten, Wäsche waschen, Müll entsorgen – bis zur Essensausgabe machte sie jeden Arbeitsschritt mit. Kein Problem für Sherivan. „Ich habe sechs Geschwister zu Hause, da kenne ich mich mit Hausarbeit aus“, sagt sie. Kochen lernen die Schüler auch im Unterricht in der Schule am Dom.

„Aber die Schule ist ein Schonraum – im Praktikum, da kommt es drauf an“, sagt Lehrer Lorch. Während ihres Praktikums kümmerte sich Sherivan ums Essen für mehr als 400 Personen. „Das war schon ganz schön anstrengend“, gibt sie zu. „Unsere Schüler werden mit voller Arbeitskraft eingesetzt“, beobachtet Petra Hillebrand, Konrektorin und Lehrerin in der Haupt- und Werkstufe der Schule.

Praktika sind nichts Ungewöhnliches an der Schule am Dom. Allerdings absolvieren die Schüler normalerweise dreiwöchige Blockpraktika in Werkstätten für behinderte Menschen, zum Beispiel in Baunatal. Sieben Schüler machen in diesem Jahr Praktika außerhalb von Werkstätten.

„Bei dem Praktikum geht es darum, zu zeigen, was für normale Berufsfelder es gibt und was unsere Schüler leisten können“, erklärt Schulleiter Klaus Letschert. Wie viel sie leisten können, zeigen Matthias und Stefan auch noch bei einem zweiten Praktikum: Jeden Donnerstag gehen sie zur Fritzlarer Tafel und helfen dort zwei Stunden mit.

Sie würden ihren Schülern gerne weitere Praktika in Betrieben vermitteln, sind sich die Lehrer einig. Je nach Interesse der Schüler seien der Kooperation mit Betrieben keine Grenzen gesetzt. Zum Beispiel wolle man Schreinereien ansprechen. „Offenheit und keine Berührungsängste im Betrieb sind die einzigen Voraussetzungen“, sagt Lorch.

Quelle: HNA

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