Dachdecker Ingo Hösel wagt den Schritt in die Selbstständigkeit

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Gut gerüstet für die Zukunft: Ingo Hösel startet ab diesem Monat sein eigenes Unternehmen für Wand-, Decken- und Bodenarbeiten. 

Niederelsungen. Schwindelfrei und auch ein wenig mutig muss er schon sein. Denn wenn Ingo Hösel beim bloßen Anblick von Gerüsten weiche Knie bekommen würde, könnte er sich in luftiger Höhe garantiert nicht halten – keine guten Bedingungen für einen Dachdecker.

Aber damit hat der 27-jährige keine Probleme. Seit dem 1. Oktober steht der gelernte Dachdecker beruflich auf eigenen Füßen. Mit dem Gedanken sich selbstständig zu machen, spielte Hösel schon seit langem. Den endgültigen Schritt habe er aber eigentlich so schnell noch nicht eingeplant, erinnert sich Hösel. Der Arbeitsmarkt hatte ihn vielmehr dazu gezwungen. Als der junge Vater keine Anstellung fand, stellte er sich kurzerhand selbst ein.

Aber der Schritt in die Selbstständigkeit will gut vorbereitet sein. Denn wer sich als Handwerker selbstständig macht, begibt sich mit einer Existenzgründung in einen gesättigten und oft auch übersättigten Markt. Das weiß auch Hösel. Wer erfolgreich sein will, sollte sich deshalb Bereiche suchen, die gute Wachstumschancen bieten.

Herausforderung als Chance

Der Beruf des Dachdeckers ist ein traditionsreicher Beruf. Allerdings zeigen die heutigen Arbeitsgebiete des Dachdeckers, welche rasante technische Entwicklung auf dem Bausektor stattgefunden hat.

Während der klassische Dachdecker früher nur Steildächer deckte, erstrecken sich seine Tätigkeiten heute zusätzlich auf eine Vielzahl unterschiedlicher Anwendungstechniken im Bereich der Flachdächer, der Außenwandverkleidungen und der Bauwerksabdichtungen. Hösel bietet aber noch vielschichtigere Renovierungsarbeiten an: Hausmeisterservice und Gartenarbeiten gehören ebenso zu seinem Repertoire, wie Trockenbau- und Montagearbeiten. Auch Beratung zählt zu seinem Tätigkeitsgebiet. An Erfahrung fehlt es dem engagierten Jungunternehmer jedenfalls nicht, denn er hat schon so manchen Hausumbau hinter sich.

„Natürlich ist man auch nervös vor so einem großen Schritt“, erzählt Hösel. Und viele hätten ihm auch gerade als jungem Familienvater davon abgeraten, aber er ist guter Dinge. „Ich hoffe einfach, dass sich Qualität irgendwann durchsetzt“, meint Hösel. Aber natürlich werde er keine unnötigen Risiken eingehen. Zwar deckt der Zuschuss vom Arbeitsamt während der Gründung die ersten Monate lang die Betriebskosten und nimmt damit eine schwere Last vom Gründer, aber das heißt nicht, dass man sich ausruhen kann, so Hösel.

Denn zum einen müssen vor der Gründung die erforderlichen Werkzeuge und Fahrzeuge beschafft werden und zum anderen ist gerade zu Beginn nicht mit gleichmäßig hohen Auftragszahlen zu rechnen.

Hintergrund

Mit dem Gründungszuschuss kann die Bundesagentur für Arbeit Arbeitslose unterstützen, die sich selbstständig machen möchten. Für sechs Monate wird der Zuschuss in Höhe des zuletzt bezogenen Arbeitslosengeldes zur Sicherung des Lebensunterhalts und 300 Euro zur sozialen Absicherung gewährt. www.arbeitsagentur.de Um nach einer Existenzgründung erfolgreich zu sein, ist eine genaue Kapital- und Liquiditätsplanung entscheidend. Das Existenzgründerportal des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie hilft bei den Planungsschritten bis hin zum Unternehmensstart. Informationen unter www.existenzgruender.de.

Von Melanie Triesch

Quelle: HNA

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