Marcel Krug stand zwei Triathlon-Wettkämpfe trotz Widrigkeiten durch

Erfolg mit starkem Willen

Inzwischen wieder ganz entspannt: Marcel Krug mit seinen Medaillen zuhause im beschaulichen Zimmersrode. Foto: Hebeler

Zimmersrode. Euphorie und Panik können ganz dicht beieinander liegen. Einer der das erfahren hat, ist Marcel Krug. Der 30-Jährige aus Zimmersrode ist Triathlet und schaffte es mit viel Training und eiserner Disziplin Hessenmeister in seiner Altersklasse zu werden.

Am 14. September startete der angehende Gymnasiallehrer für Sport zur Hessenmeisterschaft in Kassel. Nur eine Woche nach seiner großen Enttäuschung in Amerika. Dort war er beim Iron-Man in Wisconsin angetreten. Es sollte ein lockerer Wettkampf sein, eigentlich eher ein Abenteuer in Amerika. Doch schon beim Schwimmen forderte der hohe Wellengang alle Konzentration, und der Magen rebellierte.

Das kostet Kraft, und eigentlich dachte der Sportler aus Zimmersrode daran aufzugeben. „Da sind immer wieder begeisterte Zuschauer, die rufen dir zu „come on“, und dann läufst du einfach weiter“, schildert Krug seinen Zwiespalt zwischen Durchhaltenwillen und dem Eingestehen, dass er es nicht schaffen kann. Er hat den Wettkampf durchgestanden und war einer unter vielen, aber er hat nicht aufgegeben.

Nun sollte in Kassel eigentlich alles gut gehen. Dort kennt Marcel Krug sich aus, dort hat er trainiert. Aber kurz vor dem Startschuss musste er feststellen, dass der Reißverschluss seines Neoprenanzuges kaputt war.

Kurz entschlossen trat er ohne Anzug bei 14 Grad Wassertemperatur in die Fulda. Mit 80 weiteren Teilnehmern schwamm er, und bald packte ihn Panik wegen der Kälte, die dem Sportler die Luft abschnürt und die Muskeln lähmte.

Irgendwie schaffte Marcel Krug es, die 300 Meter zu überwinden. Stocksteif verließ er das Wasser. Wie er auf sein Fahrrad gestiegen ist, weiß er nicht mehr so genau, alles war steif, und rein mechanisch trat er in die Pedale. Da kamen ihm die 30 Übungsstunden in der Woche zugute. Ganz automatisch machten seine Muskeln, was sie immer tun: strampeln, laufen, Luft in die Lunge pumpen. Und Marcel Krug schaffte es aufs Siegertreppchen: In seiner Altersklasse ist er trotz allem tatsächlich Hessenmeister geworden.

Begeistert vom Publikum

Begeistert war Marcel Krug vom Publikum in den Vereinigten Staaten, wo die Menschen manchmal auch in Verkleidung an der Strecke stehen und die Sportler anfeuern. Ein Zuschauer habe ihn besonders beeindruckt, berichtet Marcel Krug: Der hielt ihm ein Schild entgegen auf dem nur ein Wort stand: Believe! (Glaube an Dich).

Von Helga Hebeler

Quelle: HNA

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