Vor 25 Jahren hatte sich die Firma Dietz einen Namen in der ganzen Republik gemacht

Erfolgreich mit Karussells

Für die Kirmessen: Vor 25 Jahren verkaufte die Firma Fahrzeugbau Dietz aus Schwalmstadt bereits ihr Fahrgeschäfte deutschlandweit. Foto:  Repro

Schwalm. Zahlreiche Themen mit politischer Brisanz fanden sich im Juni 1989 in der Schwälmer Allgemeinen: So wurde Anzeige gegen die Gefängnisleitung gestellt, in Ottrau sollten Häuser für Spätaussiedler gebaut werden und in Schwarzenborn klagte eine Fraktion gegen die Stadt. Wir haben für Sie in den Ausgaben von vor 25 Jahren geblättert.

Zwei Gefangene stellten Anzeigen gegen die Anstaltsleitung der JVA Ziegenhain und die Anstaltspsychologin. Auch der Anwalt einer Familie eines ermordeten Häftlings schaltete sich ein. Hintergrund war, dass im Januar 1989 ein Häftling von einem anderen Insassen umgebracht worden war. Der Vorwurf lautet damals, dass die Leitung des Gefängnisses ihrer Aufsichtspflicht nicht nachgekommen wäre.

Ein schwerer Raubüberfall ereignete sich in Schwalmstadt. Der 27-jähriger Mann gab vor, sich in einem Geschäft über Wein beraten zu lassen. Als die Inhaber sich bückte, schlug der Räuber ihr mehrmals mit einer Weinflasche auf den Kopf. Blutend lief die Frau auf die Straße und rief um Hilfe. Wenig später nahm die Polizei den 27-Jährigen fest.

Die Pläne in Immichenhain ein Wohnheim für 250 Aussiedler zu bauen, waren vom Tisch. Der Plan des Regierungspräsidiums hatte Unmut in dem 600-Einwohner-Dorf erregt. Laut dem damaligen Bürgermeister Georg Keil wurde anschließend die Idee besprochen, 30 Ferienhäuser in der Nähe des Ottrauer Schwimmbades zu bauen. Dort sollten zunächst für drei Jahren Aussiedler untergebracht werden, danach sollten die Häuser an Touristen vermietet werden. Das RP verhandelte zeitgleich mit Gilserberg, ob in der alten Jugendherberg in Lischeid Menschen aus Osteuropa untergebracht werden könnten. Im Haus der Euro-Ruf Mission auf dem Knüllköpfchen waren 55 Personen untergebracht.

Die UBL-Fraktion aus Schwarzenborn erhob Klage beim Verwaltungsgericht in Kassel. Die Unabhängige Bürgerliste ging damit gegen einen Beschluss des Stadtparlaments vor, in dem die Kommunalwahl für gültig erklärt worden war. Der Vorwurf der UBL: Der Bürgermeister hätte unzulässig Wahlkarten verteilt und damit den Ausgang der Kommunalwahl beeinflusst.

Hephata-Klinik fertig

Karussells für Kinder aus Schwalmstadt waren der Hit im damaligen Bundesgebiet. Die Familie um Großvater Willi, Vater Willi und Sohn Andreas Dietz stellte auch Losbuden, Verkaufswagen und anderes für Schausteller her. Der Fahrzeugbau existiert bis heute.

Die Hephata-Klinik in Treysa wurde vor 25 Jahren eingeweiht. Die ehemaligen Nervenklinik wurde umgebaut und erweitert, nachdem nach bereits zehn Jahren erhebliche Baumängel deutlich geworden waren. 30 Millionen D-Mark kostete der Umbau.

Dass Parteien des rechten Spektrums bei der Europawahl 1989 einen hohen Zugewinn verzeichneten, beschäftigte die Lokalzeitung. Die Republikaner kamen erstmalig auf 5,5 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 65,6 Prozent – höher als erwartet, war zu lesen.

Von Claudia Schittelkopp

Quelle: HNA

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