Erhardt-Parodist Neumann begeisterte Publikum in der Kulturscheune Steinmühle

Komik und Kalauer: Andreas Neumann ließ Stars wie Heinz Erhardt, Inge Meysel und Heinz Rühmann auferstehen. Das Publikum in der Kulturscheunde war blendend amüsiert. Fotos: Mühling

Am Pfingstsonntag blieb in der Kulturscheune Steinmühle in Schorbach nicht ein Auge trocken. Über 100 Gäste erlebten mit dem Parodisten Andreas Neumann ein Feuerwerk aus Komik, Kalauern, Witzen und Gedichten.

Der Künstler imitierte stimmlich sein großes Vorbild Heinz Erhardt so perfekt, dass, wenn man die Augen schloss, wirklich meinte, der Schelm aus den 60er und 70er Jahren stehe leibhaftig auf der Bühne. Zitate wie „Da sprach ich in meine Innereien hinein: Herr Erhardt… Nein, Heinz - ich sag ja Du zu mir“ weckten Erinnerungen an den Künstler mit dem schütteren Haar und der Brille. Auch Körperhaltung und Gestik Neumanns kamen dem Original sehr nah.

Immer wieder sprach er einzelne Zuschauer an und machte sich auf charmante Weise lustig über sie, geriet ins Plaudern und schweifte auch gern mal von seinem Vortrag ab. Auch die Presse wurde aufs Korn genommen, was den Zuschauern viel Spaß bereitete.

Als eingefleischte Heinz-Erhardt-Fans genossen Daniela und Karsten Herrmann aus Weißenborn den Abend. Besonders über die spontanen Einlagen lachten sie herzlich.

Und nicht nur Heinz Erhardt hatte der Parodist im Repertoire. In seiner Geschichte über drei Schiffbrüchige auf einer einsamen Insel erschienen Heinz Rühmann, Theo Lingen, Alfred Tetzlaff und als Flaschengeist Marcel Reich-Ranicki auf der Bühne - von Neumann so gekonnt imitiert, dass derApplaus toste. Der Künstler wechselte blitzschnell zwischen den einzelnen Charakteren und hob ihre sprachlichen Eigenarten brillant hervor.

Was für das Publikum so mühelos und leicht wirkte, bedeutete für Neumann höchste Konzentration. „Das ist harte Arbeit“, lobte Karl-Heinz Born aus Homberg/Ohm, der von der Vorführung begeistert war.

In seinem eineinhalbstündigen Programm lieferte Andreas Neumann Parodie vom Feinsten, erzählte Geschichten und Geschichtchen und sprach auch Aktuelles wie die Ehec-Epidemie an: Sein Freund habe seinen Job als Fensterputzer gekündigt - aus Furcht auf Leitern zu steigen, der Sprossen wegen. Da er immer nur da auftrete, wo er nicht wohne, berichtete Neumann von einer Übernachtung in einem Hotel, in dem sich bekannte Stars wie Didi Hallervorden, Inge Meysel, Jopi Heesters und Hans Moser als Küchenchef, Zimmermädchen und Nachtportier telefonisch mit den Gästen auseinandersetzen mussten. Die Zuschauer waren hingerissen und ließen Andreas Neumann nicht ohne Zugaben von der Bühne. „Jetzt stehe ich hier immer noch so cognac, äh rum…“ witzelte der Künstler. Zum Schluss bedankte er sich beim Publikum mit seiner original Stimme „Sie waren für mich heute Abend mein Gedicht.“ Und ging begleitet von enormem Applaus endgültig ab.

Quelle: HNA

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