Kinder aus Tschernobyl zu Gast in Burghasungen

Erholung in der Villa

Singen in der alten Villa: Die Kinder aus der Region Gomel mit ihren Betreuerinnen Galina und Ina sowie hinten Gerd Appel und Horst Schäfer (rechts) von der Tschernobyl-Hilfe. Foto: A. Fingerling/nh

Burghasungen. Fast drei Wochen mit spannenden Abenteuern, aber auch viel Zeit, um sich in gesunder Umgebung und liebevoll betreut zu erholen, liegen schon hinter den 22 Mädchen und Jungen aus Weißrussland. Am Sonntag verlassen sie das Wolfhager Land wieder in Richtung Gomel. Eingeladen hatte die Kinder die Tschernobyl-Hilfe Burghasungen/Küllstedt.

Die Kinder kommen aus der Region Gomel im Südosten Weißrusslands nahe der Grenze zur Ukraine. Nach dem Supergau des Kernkraftwerks Tschernobyl 1986 befand sich die Region am Rand der Sperrzone und galt (und gilt) als eines der am stärksten kontaminierten Gebiete. Besonders betroffen von den Spätfolgen der Katastrophe sind nach wie vor Kinder. Ihnen gibt die Tschernobylhilfe seit 1995 in den Sommermonaten die Gelegenheit, sich in Nordhessen zu erholen. Ziel ist, das angegriffene Immunsystem der Kinder zu stärken.

„Es wird aber immer schwieriger, Gasteltern für die Kinder zu finden“, so Gerd Appel, stellvertretender Vorsitzender des Vereins, obwohl in diesem Jahr erstmals eine Ganztagsbetreuung zur Verfügung stand. Es war daher ein Glücksfall, dass zehn der insgesamt 22 Kinder in die alte Villa Kunterbunt in Burghasungen einziehen konnten. Da das ehemalige Kinderheim derzeit vor einer Umnutzung steht, stellte es die Baunataler Diakonie unentgeltlich zur Verfügung. In einer Gemeinschaftsaktion richteten ehrenamtliche Helfer das Haus für die jungen Besucher her.

Die Mitglieder der Tschernobyl-Hilfe hatten für die drei Wochen ein abwechslungsreiches Programm organisiert. Neben den aktiven Vereinsmitgliedern gab es Freiwillige, die gerne mithalfen - wie etwa Udo Bayer, der als Busfahrer für Ausflüge zur Verfügung stand. Auch die Kommunen waren dem Projekt gegenüber offen eingestellt; an heißen Tagen beispielsweise durften die Mädchen und Jungen kostenfrei das Freibad Ehlen besuchen. Einer der Höhepunkte des Aufenthalts war der russische Abend auf der Waldbühne Burghasungen mit folkloristischen Liedern und Tänzen sowie kulinarischen Spezialitäten, mit denen sich die kleinen Gäste bei ihren Gastgebern und allen Burghasungern bedankten. (red/bic)

Quelle: HNA

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