Buchvorstellung

Professor erinnert in Gilserberg mit Briefen seiner Mutter ans Kriegsende 

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Da war er noch ein Steppke: Prof. Dr. Georg Pfeffer (Zweiter von links), Sohn von Margret Pfeffer, 1947 gemeinsam mit seinen Brüdern, Cousins und Cousine im Garten seiner Großeltern in Gilserberg.

Gilserberg. Der Ethnologe Georg Pfeffer liest in Gilserberg aus einem Buch alte Briefe seiner Mutter aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs vor. 

Auf dem Septemberbild des Gilserberger Heimatkalenders 2019 ist er als Vierjähriger gemeinsam mit seinen Brüdern, Cousins und Cousine Irmtraud im Garten Pfeffer zu sehen, wie die Orgelpfeifen stehen die acht Steppkes aufgereiht da. Im Sommer 1947 war das. 

Am Freitag, 7. Dezember, besucht Prof. Dr. Georg Pfeffer Gilserberg, um die in Buch gefassten Erinnerungen seiner Mutter an das Kriegsende 1945 der Öffentlichkeit zu präsentieren. „Margaret Pfeffer - Kriegsende 1945: Gilserberg in Briefen der englischen Frau Pfeffer an ihren Mann“, lautet der Titel des Buches, das der Heimatgeschichtliche Arbeitskreis Gilserberg herausgebracht hat.

„Die in rund 20 Briefen dokumentierten Erinnerungen Margaret Pfeffers sind so interessant, dass wir es Wert fanden, sie in einem Buch veröffentlichen“, so Dr. Jochen Führer, Vorsitzender des Heimatgeschichtlichen Arbeitskreises, gegenüber der HNA. 

Hautnahe Eindrücke

Führer, selbst Politikwissenschaftler, hat die Briefe gemeinsam mit Pfeffer gesichtet, zeitgeschichtlich eingeordnet, mit Bildern aus Gilserberg der damaligen Zeit illustriert und zu einem Großen und Ganzen verbunden. Heraus gekommen ist ein lesenswertes Buch, das hautnah Eindrücke einer nicht nur für Margret Pfeffer, sondern ganz Gilserberg bewegenden Zeit schildert – stellvertretend für viele Ort.

Im Juni 2017 hatte der Heimatgeschichtliche Arbeitskreis zu einem Vortragsabend nach Gilserberg eingeladen, bei dem der in Berlin lebende Ethnologe Georg Pfeffer aus den im Frühling 1945 entstandenen Briefen seiner Mutter Margaret auszugsweise vorlas. „Der Abend war auf große Resonanz gestoßen“, so der Vorsitzende des Heimatgeschichtlichen Arbeitskreises.

Die Briefe Margret Pfeffers hatte Georgs Bruder Prof. Dr. Ernst Pfeffer bereits in den 1990er Jahren aus dem Englischen übersetzt. „Eine angedachte Veröffentlichung konnte jedoch nicht realisiert werden“, so Führer. Nun liegt das mit der Druckerei Plag verwirklichte Buch vor.

Margaret Pfeffer (geborene Kirby) war die Schwiegertochter von Georg und Johanna Pfeffer. Sie lebte aufgrund der Kriegswirren von 1943 bis 1949 mit ihren vier Kindern im so genannten „Häuschen“ ihrer Schwiegereltern, die zudem ihre Tochter Anneliese Wache mit ebenfalls vier Kindern beherbergten. 

Briefe an ihren Mann 

Im Frühjahr 1945 schrieb Margaret fast täglich einen Brief an ihren Mann Karl Heinz Pfeffer, der aus beruflichen Gründen im umkämpften Berlin weilte. Führer: „Eindrucksvoll und lebhaft schildert Margret Pfeffer, wie sie den Abzug der deutschen und den Einmarsch der amerikanischen Truppen erlebte.“

Termin: Buchvorstellung mit Prof. Dr. Georg Pfeffer, Institut für Ethnologie, Berlin, Freitag, 7. Dezember, 19 Uhr, im Schwälmer Brotladen in Gilserberg. Dort ist es auch zu erwerben (10 Euro), danach auch im Hochlandlädchen sowie im Buchladen Hexenturm.

Quelle: HNA

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