Künstler Gunter Demnig verlegte Stolpersteine in Beiseförth

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Bei der Arbeit: von links Jürgen Engel (Bauamtsleiter Malsfeld), Herbert Harbusch (Erster Beigeordneter) und Thomas Stegemann (Bauhofmitarbeiter) mit Gunter Demnig vor dem Haus Brückenstraße 4, in dem Familie Katz ihren letzten Wohnsitz hatte.

Beiseförth. Mittlerweile findet man Stolpersteine in Spangenberg, ebenso in Melsungen und seit Dienstagnachmittag auch im Malsfelder Ortsteil Beiseförth. Vor dem Haus Brückenstraße 4 hat der Kölner Künstler Gunter Demnig drei Stolpersteine verlegt.

Demnig, Initiator der Stolpersteine, setzt mit dieser Aktion ein Zeichen, gegen das Vergessen der zwischen 1933 und 1945 vertriebenen oder ermordeten Juden.

In Riga ermordet

Die drei Steine vor dem Haus Brückenstraße 4 – früher Mühlenstraße – erinnern an den Vater Sally Katz, seine Frau Betty und Tochter Doris.

Auf der Oberseite des Steines befindet sich jeweils eine Messingplatte mit der Inschrift: Hier wohnte Sally Katz, Jahrgang 1890, deportiert 1941, ermordet in Riga. Alle drei Familienmitglieder starben 1941 in Riga.

Vor der Verlegung der Stolpersteine diskutierten Bauamtsleiter Jürgen Engel, Erster Beigeordneter Herbert Harbusch, Bauhofmitarbeiter Thomas Stegemann und Gunter Demnig, wo die Steine am besten zur Geltung kommen.

Ein Bezug zum Haus sollte sichtbar sein, mittig zur Eingangstür. Bauhofmitarbeiter Thomas Stegemann entfernte dann zwei Pflastersteine auf dem Hof. Dort fanden die Stolpersteine ihren neuen Platz.

Initiative des Sohns

Herbert Harbusch wusste dann noch als alt eingesessener Beiseförther einiges über die Familie Katz zu berichten: „Familie Katz hatte drei Kinder: Ilse, Doris und Manfred. Manfred Katz (Jahrgang 1928), der verheiratet und Vater von drei Kindern ist, lebt in den USA. Er hat die Verlegung der Stolpersteine in Beiseförth veranlasst.“ Mit elf Jahren habe Manfred Katz Beiseförth verlassen. Vater Sally, weiß Harbusch, war Pferdehändler. Harbusch hatte auch im Gedenkbuch „397 Jahre jüdisches Leben in Beiseförth“ (2008) von Manfred Eifert (Heinebach) und Manfred Katz nachgelesen und erfahren: 1858 waren es 13 jüdische Familien mit 62 Personen. Am 9. November 1938 waren es nur noch 15 Menschen.

Von Christina Grenzebach

Quelle: HNA

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