Gedenkfeier auf dem Breunaer Soldatenfriedhof am gestrigen Volkstrauertag

Erinnerung wach halten

Ort der Trauer: Auf dem Breunaer Soldatenfriedhof fand gestern die Gedenkfeier aus Anlass des Volkstrauertages statt. Fotos:  Hoffmann

BREUNA. Seit 1926 wird in Deutschland der Volkstrauertag begangen, als Tag des nationalen Gedenkens und der Trauer um die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. Als eine stete Mahnung, das Andenken dieser Opfer zu wahren, sieht Landrat Uwe Schmidt diesen Tag des Innehaltens. In seiner Rede zur gestrigen Gedenkfeier auf dem Breunaer Soldatenfriedhof machte er das Erinnern zum zentralen Punkt.

Die Worte „wir erinnern“ seien 65 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges leicht dahin gesagt, um so wichtiger die Frage, wie Erinnerungen wach gehalten werden könnten.

Soldatenfriedhöfe leisten hier laut Schmidt viel, da es sich um authentische Orte handele. „Authentische Orte sprechen zu uns, sie eröffnen einen Zugang zum Geschehenen, das an die Grenze des Begreifbaren geht“, so Schmidt. Auch hinter jedem einzelnen Grabstein in Breuna verberge sich ein Schicksal, ein Mensch, der um seine Zukunft beraubt worden sei.

„Gerade die Tatsache, dass Zeitzeugen nur noch eine bestimmte Zeit lang berichten können, macht Orte wie diesen immer wichtiger, denn sie bewahren Erinnerungen und dienen dem Nachdenken und der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit“, so der Landrat.

Friede - ein Geschenk

„Wer hier steht, begreift besser“, zitierte Bürgermeister Klaus-Dieter Henkelmann den luxemburgischen Premierminister Jean-Claude Juncker aus einer Rede auf dem Soldatenfriedhof in Sandweiler und unterstrich damit Schmidts Einschätzung zur Bedeutung derartiger Einrichtungen. „Seit dem letzten Weltkrieg fanden auf zahlreichen Soldatenfriedhöfen Begegnungen ehemaliger Kriegsgegner statt“, so der Rathauschef. Aus ehemaligen Feinden seien so Freunde geworden. Sein Fazit: „Frieden und Freiheit sind ein Geschenk, das sagen uns die Toten, um die wir heute trauern.“

Für Oberstleutnant Andreas Schmand entsteht aus der Dankbarkeit für Friede und Freiheit auch die Verpflichtung, sich stets bewusst zu machen, wie wichtig es ist, sich immer wieder für ein friedliches und gerechtes Zusammenleben der Menschen einzusetzen.

Frieden falle niemandem in den Schoß, man müssen sich dafür einsetzen, jeden Tag aufs Neue. „Auf dem Weg zum Frieden begegnen uns immer wieder neue Formen von Krieg und Gewalt. Heute sind es die tückischen Anschläge des internationalen Terrorismus“, so Schmand. Menschenwürdiges Leben sei nur in Frieden und Freiheit möglich, weshalb niemand die Augen vor dieser Gewalt verschließen dürfe. Es gelte, ihr entschieden entgegen zu treten.

Von Sascha Hoffmann

Quelle: HNA

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