Sicherungsverwahrter reagiert auf Durchsuchungen

Nach Durchsuchungen im Knast: Sicherungsverwahrter im Hungerstreik

Wieder Aktion im Gefängnis: Erneut verweigert ein Sicherungsverwahrter die Anstaltskost. Foto: Grede

Ziegenhain. Mit einer Einzelaktion macht Lutz Balding im Ziegenhainer Gefängnis auf sich aufmerksam: Nach Informationen der HNA verweigert der Sicherungsverwahrte erneut die Anstaltskost.

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Der 52-Jährige war bereits mit einem Hungerstreik Ende 2010 aufgefallen. Damals verweigerten 17 Sicherungsverwahrte die Nahrungsaufnahme (Artikel von damals: siehe Kasten rechts).

Damals hatten die Sicherungsverwahrten bessere Haftbedingungen gefordert, diesmal reagiert Balding auf eine Durchsuchungsaktion im Gefängnis. Nach HNA-Informationen bestand der Verdacht, dass fünf der Sicherungsverwahrten Drogen konsumieren könnten. Es kam zu Durchsuchungen in den Arbeitsstätten und in den Hafträumen. Auch ein Drogenspürhund soll im Einsatz gewesen sein. Zudem sollten die Sicherungsverwahrten Urinproben abgeben.

Das Ziegenhainer Gefängnis im RegioWiki

Lutz Balding wurde wegen mehrerer bewaffneter Überfälle und anderer Straftaten in den 80er-Jahren zu - alles zusammengerechnet - 29 Jahren Haft und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. Als das Landgericht Frankfurt ihn 1987 verurteilte, merkte der Richter an, dass Lutz Balding seit seinem 15. Lebensjahr - da wird er erstmals verurteilt - gerade mal drei Monate in Freiheit war. Rechnet man die Fluchtzeiten hinzu, war der Mann sechs Monate auf freiem Fuß. Nach einem Fluchtversuch aus dem Gefängnis Schwalmstadt kommt Balding 1995 in die JVA Bruchsal. Dort galt er als „besonders gefährlicher Gefangener“. Nach seinem ersten Hungerstreik kam er 2001 zurück nach Schwalmstadt.

Das Justizministerium bestätigte auf Anfrage der HNA, dass der Sicherungsverwahrte seit Montag das Gefängnisessen verweigert. Ob Balding dennoch über Lebensmittel verfügt, ist allerdings nicht bekannt. Der Sicherungsverwahrte habe die Verweigerung der Anstaltskost mehrfach angekündigt, heißt es weiter aus dem Ministerium und in den vergangenen Tagen gegenüber Bediensteten geäußert, er werde Mittwoch wieder normal seine Anstaltskost annehmen und verspeisen.

Von Sylke Grede

Quelle: HNA

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