Landwirte hoffen auf Regen

Ernte 2015: Verluste wegen der Trockenheit

Gemischte Bilanz bei der Getreideernte: Je nach Lage und Bodenbeschaffenheit fiel die Ernte im Landkreis durchschnittlich bis schlechter aus. Foto: Zerhau

Schwalm-Eder. Die hessischen Landwirte sind, was die Ernteerträge 2015 angeht, noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen.

So brachte es Friedhelm Schneider, Präsident des hessischen Bauernverbandes, auf den Punkt.

„Das Wetter macht uns eigentlich Spaß - wenn es denn regnen würde“, sagte er beim Gespräch zum Abschluss der Getreideernte auf dem Betrieb Scherb in Gudensberg. So schnell und problemlos habe man selten das Getreide eingefahren, ergänzte Thomas Scherb. Das sei im vergangenen Jahr noch ganz anders gewesen.

85 Prozent von Weizen, Gerste, Roggen und Hafer sind inzwischen unter Dach und Fach, auch die Rapsernte ist im Bereich des Regionalbauernverbandes Kurhessen (Schwalm-Eder und Hofgeismar) weitgehend beendet.

Zeit für eine erste Bilanz, die durchaus gemischt ausfällt. „Wir haben große Schwankungen bei den Erträgen“, sagte Schneider. Gerade auf schlechteren Böden wirkten sich die geringen Niederschläge und die extreme Hitze sehr negativ aus. Bei sehr guten Böden, die die Feuchtigkeit besser halten, habe man bessere Ergebnisse als befürchtet.

Als generelles Problem der Landwirtschaft auch in Nordhessen bezeichnete der Bauernpräsident die Preise: „Sie stimmen einfach nicht.“ Auch wenn die Politik anderes sage: Das Russland-Embargo und die wirtschaftlichen Sorgen in China wirkten sich aus auf die Preise. Bei Milch gebe es 30 Prozent weniger, bei den Schweinen seien die Rückgänge noch höher.

Als „leicht unterdurchschnittlich“ bezeichnete Kreislandwirt Adolf Lux (Kerstenhausen) die Ernte im Landkreis. Der Kohl, dessen Ernte begonnen habe, leide sehr unter der großen Trockenheit, Regen werde dringend benötigt. Bei den Rüben könne noch aufgeholt werden, da gebe er keine Prognose ab.

Quelle: HNA

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