Ist nicht immer spitze

Ernte: Bei einzelnen Betrieben stehen noch immer bis zu 20 Prozent des Weizens

Nutzen jede Gelegenheit, um die Ernte einzufahren: Landwirte im Schwalm-Eder-Kreis haben mit dem unbeständigen Wetter zu kämpfen und nutzen jede Trockenperiode, um den Weizen zu ernten. Archiv-Foto: Zerhau

Schwalm-Eder. Die deutschen Bauern haben in diesem Jahr eine Spitzenernte eingefahren, lautete vor wenigen Tagen die Nachricht, die der Deutsche Bauernverband verbreiten ließ. Für den Schwalm-Eder-Kreis trifft das nur bedingt zu.

„Die Situation ist angespannt“, sagt Stefan Strube, der für die Öffentlichkeitsarbeit des Regionalbauernverbandes Kurhessen zuständig ist. Bei einzelnen Betrieben seien bis zu 20 Prozent der Weizenernte noch nicht eingefahren. Und auch in den kommenden Tagen sei regnerisches Wetter angesagt. Überwiegend seien die Erträge pro Hektar zwar tatsächlich gut, aber die Preise seien niedriger als im vergangenen Jahr. Bei Gerste und Weizen lägen die Erlöse etwa 20 Prozent unter dem Wert von 2013, bei Raps seien es sogar 30 Prozent.

Für den Verkauf spiele auch der Feuchtigkeitsgehalt des Getreides eine entscheidende Rolle. Er sollte nicht höher als 14,5 Prozent liegen. Sonst müsse das Getreide getrocknet werden, was für die Landwirte wiederum höhere Kosten bedeute.

Unter der feucht-warmen Witterung leide auch die Qualität des Weizens, erklärt Strube. Der Eiweißgehalt verringere sich, das Getreide sei immer häufiger nicht mehr als Backweizen geeignet. Nun drohe die Gefahr, dass das Korn beginne, auf den Ähren zu keimen. Dann sei es auch als Futtergetreide nicht mehr zu gebrauchen.

Strube: „Wir brauchen dringend eine trockene Wetterperiode.“ Teilweise könnten die Flächen noch nicht einmal mit den Mähdreschern befahren werden.

Der Sprecher des Regionalbauernverbandes weist aber auch darauf hin, dass die Situation - abhängig von der jeweiligen Region - sehr unterschiedlich sein könne. In höheren Lagen sei der Weizen etwa zwei Wochen später reif, in der Waberner Senke beispielsweise sei die Ernte überwiegend durch.

54 000 Hektar der landwirtschaftlich genutzten Fläche im Schwalm-Eder-Kreis sind Ackerland. Auf 23.000 Hektar werden Weizen angebaut, auf 9500 Hektar Wintergerste.

Von Heinz Rohde

Quelle: HNA

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