Drittklässler der Kasseler Waldorfschule erleben Bauernjahr als Unterrichtsfach

Ernten auf dem Eschenhof

Außerschulischer Lernort Acker: Drittklässler der Kasseler Waldorfschule kommen jedes Jahr auf den Altenhasunger Bio-Eschenhof. Dort engagieren sie sich nicht nur als kleine Erntehelfer, sondern erleben ein ganzes Bauernjahr mit. Foto: zih

Altenhasungen. Für die 34 Mädchen und Jungen der dritten Klasse der Freien Waldorfschule Kassel war es nicht nur ein spannender und aufregender Tag, sondern auch ein erlebnis- und lehrreicher: Sie hatten ihren Klassenzimmerunterricht auf einen Acker des von Gabriele und Michael Oettermann biologisch-dynamisch bewirtschafteten Demeter-Eschenhofes im Wolfhager Stadtteil Altenhasungen verlegt - um sich dort unter fachkundiger Anleitung zusammen mit ihrer Lehrerin Godlind Gädeke als junge Erntehelfer zu engagieren.

Geerntet wurden auf dem direkt an der Straße Richtung Wolfhagen liegenden Feld dort jede Menge Rote Bete, die die Kinder später auf dem Speiseplan ihrer Schulmensa wohlschmeckend zubereitet wiederfinden werden. Wie auch weitere landwirtschaftliche Eschenhofprodukte wird die Freie Waldorfschule Kassel mit biologisch angebauten Nahrungsmitteln aus Altenhasungen beliefert.

„Unsere Schüler sollen nicht nur einen Bio-Hof in all seinen vielschichtigen Facetten kennenlernen, sondern zum außerschulischen Lernort gehört auch die eigene Mitarbeit.“

Godlind Gädeke, Lehrerin

Seit mehreren Jahren ist der Eschenhof für die Waldorfdrittklässler außerschulischer Lernort. Auftakt für den jeweiligen Jahrgang ist immer eine Wanderung in zwei Etappen von Kassel in die Erpetalgemeinde, um dort den Oettermannschen Bio-Hof kennen zu lernen. Auf dessen Feldern wachsen und gedeihen auf rund 150 Hektar nicht nur Getreide, Kartoffeln, Möhren, Kohl, Salat sowie viele weitere pflanzliche Naturprodukte, sondern es wird auch biologische Tierhaltung mit Milchkühen, Rindern und Schweinen betrieben. Die Milch wird zum Beispiel in einer eigenen Käserei verarbeitet.

„Unsere Schüler sollen nicht nur einen Bio-Hof in all seinen vielschichtigen Facetten kennenlernen, sondern zum außerschulischen Lernort gehört auch die eigene Mitarbeit“, sagte Godlind Gädeke.

Bei ihren späteren Besuchen erleben sie das Pflügen und Aussäen, das Dreschen und Ernten sowie die Tierzucht im Stall oder auf der Weide. „So erleben sie durchgängig und hautnah ein ganzes Bauernjahr.“

Entfaltung des Einzelnen

Waldorfpädagogik will vordergründig die individuellen Fähigkeiten des Einzelnen zur Entfaltung kommen lassen. Sie versteht sich als Erziehung zur Freiheit.

In Waldorfschulen wird insbesondere großer Wert auf das gleichwertige Nebeneinander von klassischem Unterricht, Kunst und Handwerk gelegt. Da so der ganze Mensch, mit Kopf, Herz und Hand angesprochen und gefördert wird. (zih)

Quelle: HNA

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