Vor ihrem Auftritt in Borken

Erotikmodel Micaela Schäfer im HNA-Interview: Promi ohne Beruf

Bezeichnet sich selbst als Promi ohne Beruf: Erotikmodel Micaela Schäfer.

Borken. Ihr Buch heißt „Lieber nackt als gar keine Masche“, als Berufsbezeichnung wird auf ihrer Internetseite „Deutschlands berühmtestes Erotikmodel“ angegeben. Am Samstag kommt Micaela Schäfer an die Stockelache und wird eine Stunde lang Musik auflegen – anschließend gibt sie Autogramme und lässt sich mit Fans fotografieren.

Ein Finanzbeamter steht morgens auf und geht ins Büro. Aber wie kann man sich einen Arbeitstag vorstellen, wenn die Berufsbezeichnung Erotikmodel lautet? 

Micaela Schäfer: Jeder Tag sieht bei mir anders aus, weil ich so viele verschiedene Dinge mache. Ich werbe für viele Produkte, habe viele Fototermine und Werbedrehs. Ich bin auf vielen Events als Promigast gebucht, und abends lege ich noch als D-Jane auf.

Auf Ihrer Internetseite steht: „Eine Frau, die alles hat: Geist, Körper und Persönlichkeit.“ In der Öffentlichkeit geht es aber dann doch immer um Ihren Körper. Stört Sie das? 

Micaela Schäfer in Borken:

Summer-Open-Air am Samstag, 28. Juni, Badesee Stockelache bei Borken, mit DJ Blackskin, SV Punxx und Micaela Schäfer, Gastronomie und Cocktailbar.

Eintritt von 20 bis 21 Uhr fünf Euro, danach zehn Euro. Einlass ab 16 Jahren.

Schäfer: Überhaupt nicht. Ich bin Erotik-Model. Ich werde wegen meines Körpers gebucht, aber auch wegen meiner Persönlichkeit; weil ich so offen mit Erotik umgehe. Erotikmessen oder -portale nutzt ja keine Werbeträgerin, die nicht hinter dem Produkt steht. Und da kommt dann meine Persönlichkeit ins Spiel. Tolle Brüste haben ja viele Mädels; das ist nicht das, was mich auszeichnet.

Wäre es falsch, wenn man sagt, Ihr Körper sei Ihr Geschäftsmodell?

Schäfer:  Zum einen ist das natürlich richtig. Wenn ich keinen schönen Körper hätte, würde ich nicht gebucht werden. Zum anderen ist es aber auch die Tatsache, dass ich so offen mit Sex und Erotik umgehe, aber keine Pornos oder Web-Cam mache. Das passiert alles auf hohem Niveau, da ich mich für hochkarätige Magazine ausziehe, aber auch mit Fashion-Fotografen zusammenarbeite.

Ihre Eltern sind eine Diplom-Ökonomin und ein Arzt. Hätten die sich nicht einen anderen Berufsweg für ihre Tochter gewünscht? 

Schäfer: Bei meinem Vater kann ich es nicht sagen, den habe ich nie kennengelernt. Meine Muter hatte sich in den ersten Jahren wohl schon etwas anderes vorgestellt.

Sie hat aber ganz früh gemerkt, dass ich Spaß am Beruf habe und mit Herz und Leidenschaft dabei bin. Es macht ja jede Mutter glücklich, wenn sie sieht: Die Tochter ist glücklich und verdient Geld mit ihrer Leidenschaft.

Bekannt geworden sind Sie durch die Sendung „Germany’s Next Topmodel“. Seitdem suchen Sie das Rampenlicht, wo immer Sie es finden. Ist das nicht manchmal furchtbar anstrengend? 

Schäfer: Natürlich ist es anstrengend, wenn man sozusagen Promi ohne Beruf ist. Ich habe ja keine Daily-Soap mit einem Fünf-Jahres-Vertrag oder eine Show, die ich jede Woche moderiere. Ich hangele mich von Projekt zu Projekt und setze meine eigenen Ideen um, um mich im Gespräch zu halten. Wie zum Beispiel durch den Erotikkalender, in dem ich Angela Merkel nackt dargestellt habe, oder durch den Nackt-WM-Clip, den ich selbst produziert habe.

Es ist anstrengend, gibt aber die Freiheit, nicht an ein Management gebunden zu sein, das einem vorschreibt, was man zu sagen und was man nicht zu machen hat.

Wie sind Sie, wenn Sie keiner beobachtet? 

Schäfer: Ein ganz normaler Mensch und nicht erotisch. Ich glaube, ich würde mich selbst nicht beachten, wenn ich ein anderer Mensch wäre. Ich bin jetzt zum Beispiel drei Tage im Urlaub, und am Strand oder am Pool habe ich nicht bemerkt, dass die Leute sehr geguckt haben. Wobei ich privat natürlich auch sehr undercover und nicht gerade mit High-Heels und String herum laufe.

Sie legen am Samstag an der Stockelache in Borken eine Stunde lang Musik auf. Was erwartet die Besucher da? 

Schäfer: Auf jeden Fall eine leicht bekleidete Micaela, das ist ja klar. Vieles mache ich ganz spontan. Ich muss immer schauen, wie das Publikum so drauf ist.

Es gibt eine enorme Nähe zu den Fans. Die dürfen mit auf die Bühne und mit mir Party machen. Danach gibt es Fotos und Autogramm für jeden. Ich haue da nicht wieder nach einer halben Stunde ab, sondern bleibe so lange, bis jeder ein Autogramm bekommen hat. Viele Künstler brechen ja einfach ab, das mache ich nicht.

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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