23-Jähriger muss sich vor dem Amtsgericht wegen Sachbeschädigung verantworten

Erst Party, dann Randale

Melsungen. Kaputte Scheiben, zerkratzte Fahrzeugseiten, demolierte Außenspiegel, eine heruntergerissene Hausnummer: Am Mittwoch musste sich ein 23-Jähriger wegen Sachbeschädigung vor dem Melsunger Amtsgericht verantworten. Der Schaden beläuft sich laut dem Richter auf ungefähr 16 500 Euro.

In der Nacht vom 19. auf den 20. Februar des vergangenen Jahres soll der Angeklagte mehrere Autos demoliert und Schäden an Häusern in Melsungen verursacht haben.

Der Melsunger äußerte sich nicht zu den Vorfällen in der besagten Nacht. Er habe soviel Alkohol getrunken, dass er einen Filmriss hatte: „Ich kann mich an nichts erinnern.“ Zudem habe er an besagtem Abend auch Marihuana geraucht. Ein wichtiger Zeuge in dem Prozess ist ein ehemaliger Freund des Angeklagten. Beide waren in der Tatnacht zusammen unterwegs. Zuerst auf einer Party bei dem Angeklagten, dann in einem ortsansässigen Bistro.

„Ich kann mich an nichts erinnern.“

Der Angeklagte

Auf dem anschließenden Weg mit dem Auto von Melsungen nach Mörshausen seien sie an der Straße vorbeigekommen, in der die Randale stattfand – und in der eine ehemals gute Freundin des Angeklagten wohnt. Die Autos ihrer Familie wurden offensichtlich zuerst demoliert. Laut dem ehemaligen Freund hat der Angeklagte bei den Taten „getobt“.

Dass er auf die junge Frau aufgrund einer Beziehung sauer sein könnte, bestritt der Angeklagte, der während der gesamten Verhandlung relativ teilnahmslos war. Nur bei den Fragen des Sachverständigen wirkte er aufmerksam.

Diesen interessierte für sein Gutachten vor allem, ob der Angeklagte häufiger viel Alkohol trank. Sowohl der ehemalige Freund als auch weitere Zeugen dementierten das: „Der Abend war diesbezüglich was Besonderes.“ Der Sachverständige kam zu dem Schluss, dass ein Filmriss durchaus möglich sei. Scheinbar würde der Angeklagte eher selten und nicht so viel trinken. Hinzu komme die Wirkung des Marihuanas. Auch gehe er davon aus, dass die Tat nicht geplant gewesen sei. Es war wohl ein Zufall gewesen, dass der Weg nach Mörshausen an der Straße entlangführte, in der die ehemals gute Freundin wohnt – und bei dem Angeklagten dann was hochkommen ließ.

Der ehemalige Freund des Angeklagten sitzt nicht mit auf der Anklagebank. Gegen ihn lief schon im vergangenen Sommer ein Verfahren. Er habe sich schuldig bekannt, in der Tatnacht das Auto gefahren und damit einen Unfall verursacht zu haben – alkoholisiert. Mit den Beschädigungen habe er nichts zu tun.

Die Polizei ist auf die beiden aufmerksam geworden, weil sich eine Anwohnerin das Kennzeichen des Autos aufgeschrieben hat. Zudem habe sie einen der beiden in das Auto einsteigen sehen – welchen, klärt sich wohl am nächsten Verhandlungstag. Ein Urteil soll es am Freitag, 6. Juli, geben (Amtsgericht Saal B2, ab 11.30 Uhr ). Bei einer Verurteilung droht dem Melsunger entweder eine Geldstrafe oder eine bis zu zweijährige Gefängnisstrafe.

Von Constanze Wüstefeld

Quelle: HNA

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