Mit einfachen Schutzmaßnahmen lassen sich Jungtiere rechtzeitig vertreiben

Erst suchen, dann mähen

Können gerettet werden: Viele Jungtiere fallen der Wiesenmahd zum Opfer. Foto: nh

Schwalm-Eder. Bei der Wiesenmahd sterben immer wieder zahlreiche Jungtiere. Um diesem vermeidbaren Sterben und Leiden von Jungtieren Einhalt zu gebieten, gibt es einfache Tipps.

Denn neben dem Verwittern mit Geruchsstoffen, dem Aufstellen von Wildscheuchen oder Flatterbändern auf der betreffenden Fläche am Abend vor der Mahd haben sich die nachfolgenden Schutzmaßnahmen in der Praxis am besten bewährt, erklären Wolfgang Sangerhausen, Vorsitzender des Kreisjagdvereines Ziegenhain, und Adolf Lux, Präsident des Bauernverbandes Schwalm-Eder, übereinstimmend:

• Absuchen der Flächen: In Absprache mit den Landwirten sollten die Wiesen kurz vor dem Mähtermin abgesucht werden. Empfehlenswert ist, die Fläche am Vorabend vor den Mäharbeiten gründlich abzusuchen, da bei längeren Zeitintervallen zwischen Suche und Mähen die Geißen mit den Kitzen zurückkehren könnten. Empfehlenswert ist das Absuchen der Fläche durch einen Jäger mit brauchbaren Jagdhunden.

• Von innen nach außen mähen: Eine einfache Umstellung der Mähmethode könnte noch zusätzlich vielen Wildtieren helfen – das Mähen von innen nach außen. Untersuchungen haben gezeigt, dass diese Methode für die Landwirte nicht zeitaufwändiger ist. Das herkömmliche Vorgehen, am Feldrand mit dem Mähen zu beginnen, führt dazu, dass die Wildtiere in die Mitte gedrängt und dort am Schluss verletzt oder getötet werden. Wird dagegen von innen nach außen gemäht, werden gefährdete Tiere nach außen, in ungefährdete Nachbarflächen gedrückt. Dies hilft zwar nicht den frisch geborenen Tieren, aber im Alter von zwei, drei Wochen ist eine Flucht bereits wahrscheinlich.

• Findet man ein Rehkitz, so sollte man dieses mit Vorsicht retten. Wichtig ist dabei, den direkten Kontakt mit dem Wildkörper zu vermeiden, da der Menschengeruch die Geiß davon abhalten würde, zum Kitz zurückzukommen. Dieses müsste somit kläglich verenden.

Ein Kitz, das mit einem Büschel Gras oder Blattwerk zwischen dem Jungtier und den eigenen Händen in der Nähe abgelegt wird, bleibt in der Regel ruhig und verharrt in unmittelbarer Nähe. Die Geiß findet das Kitz mit Sicherheit. (may/jkö)

Quelle: HNA

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