Erster Schritt auf Weg zu Windmühlen im Wald bei Naumburg

Naumburg. Lange galt das Thema als tabu: Windkraftanlagen im Wald. Die Stadtwerke Wolfhagen trauten sich im Altkreis als erste, mit dem Rödeser Berg einen solchen Standort ins Visier zu nehmen. Jetzt hat auch das Naumburger Stadtparlament einstimmig einen ersten Schritt in diese Richtung getan.

Das Areal, das nach dem Wunsch der Parlamentarier in den Teilregionalplanentwurf Energie Nordhessen aufgenommen werden soll, liegt auf einem Bergrücken des Alten Waldes, der bis zu 450 Meter hoch ist. Nahe der Netzer Straße zieht sich die in Frage kommende Fläche in südöstlicher Richtung bis in den Bereich zwischen Altendorf und Heimarshausen. Eigentümer sind die Stadt Naumburg und im Bereich des Gutes Waldhof ein Privatier.

Voraussetzung für den Parlamentsbeschluss war ein Gutachten, mit dem die so genannte Windhöffigkeit, ein ausreichendes Windaufkommen, festgestellt wird. Als Mindeswert ist von der Hessischen Landesregierung eine Windgeschwindigkeit von 5,75 Meter pro Sekunde in 140 Metern Höhe für Vorrangflächen festgelegt. Aufgrund von Berechnungsmodellen ermittelte das von der Stadt beauftragte Ingenieurbüro Cube aus Kassel im Untersuchungsgebiet das Windaufkommen.

Laut Bürgermeister Stefan Hable hat das Gutachten die Windhöffigkeit für den gesamten Suchraum bestätigt. Cube habe Werte zwischen 5,8 und 6,1 Meter pro Sekunde errechnet. Das Büro ermittelte den Ertrag für die derzeit gängigen Windräder, deren Rotorenspitzen auf eine Höhe von 200 Metern kommen.

Der Bürgermeister betont, dass mit dem Aufnahmebegehren in den Regionalplanentwurf keinesfalls bereits eine Entscheidung für den Bau von Windrädern verbunden sei. „Die Stadtverordneten waren sich einig, dass man die Tür offen halten sollte.“ Ohne den Beschluss wäre das Thema Windkraft im Naumburger Stadtwald erledigt gewesen.

Hintergrund

Das Land Hessen hat Standorte mit einer durchschnittlichen Windgeschwindigkeit von mindestens 5,75 Metern/Sekunde in 140 Metern Höhe als geeignet festgelegt. Als Grundlage für mögliche Standorte wurde vom TÜV Süd eine Windpotenzialkarte erstellt. Für den Bereich der Stadt Naumburg weist diese Karte keine Punkte mit ausreichendem Windaufkommen aus.

Die von der Stadt beauftragten Gutachter von Cube haben für neun vorgegebene Standorte im Alten Wald eine Karte mit feinerem Raster und hochauflösenden Winddaten gerechnet und Werte über 5,8 ermittelt, so Robbin Meisel von Cube. (nom) www.energieland.hessen.de

Von Norbert Müller

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare